BURG NEU-FALKENSTEIN Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Solothurn | Bezirk Thal | Balsthal |
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Allgemeine Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
Eine der bekanntesten und malerischsten Burgruinen der Schweiz, gelegen auf einem Felssporn über dem Weiler St. Wolfgang an der Klus zwischen Balsthal und Mümliswil. Sichtbar sind noch zahlreiche eindrückliche Mauerreste der einst grossen Burganlage. Der runde Bergfried kann bestiegen werden und dient als Aussichtspunkt. Entstanden ist die Burg vermutlich um 1100 als Mittelpunkt einer Rodungsherrschaft. Im 13. Jhdt. gehörte sie den Freiherren von Bechburg und wurde deutlich ausgebaut, im «Safrankrieg» von 1374 aber zerstört. Bald nach dem Wiederaufbau kam Neu-Falkenstein an Solothurn und diente bis 1798 als Landvogteisitz. | |||||||||||||||||||||||||||||||
Informationen für Besucher | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Bilder | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Grundriss | |||||||||||||||||||||||||||||||
Quelle: weitgehend neu gezeichnet von O. Steimann, 2022 | auf Basis von: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 211 |
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Historie | |||||||||||||||||||||||||||||||
Die Anfänge der Burg um 1100
Der Name der Ruine Neu-Falkenstein ist irrführend, denn die Burg ist eindeutig älter als das auf der anderen Talseite liegende Alt-Falkenstein. Burgenkundlich werden die Anfänge der Anlage auf die Zeit um 1100 datiert, genaue archäologische oder historische Hinweise dazu fehlen allerdings. 1145 werden in einer Urkunde, deren Echtheit angezweifelt wird, die Brüder Welf und Ulrich von Falkenstein erwähnt. Ob Neu-Falkenstein der ursprüngliche Stammsitz einer Adelssippe war, muss daher offen bleiben. Gegen Ende des 12. Jhdts. wird Neu-Falkenstein als Besitz der Herren von Bechburg genannt, die ihre Burgen ebenfalls im Umland von Balsthal hatten und damit den südlichen Zugang zum Pass des Oberen Hauensteins beherrschten. Ab dem frühen 13. Jhdt. nannte sich ein Zweig dieser Familie nach der Herrschaft Falkenstein und führte den Grafentitel. Woher dieser Anspruch kam, ist nicht geklärt. Ausbau im 13. Jhdt. Um die Mitte des 13. Jhdts. wurde die Burg, deren ursprüngliche Gestalt heute kaum noch rekonstruierbar ist, deutlich ausgebaut. Im östlichen Teil wurde damals ein grosser wehrhafter Palas angefügt, und auch der runde Hauptturm (Bergfried) geht auf diese Ausbauetappe zurück. Mit Ausnahme der Zinnen ist sein 2,2 Meter dickes Mauerwerk aus Jurakalk noch im Originalzustand erhalten. Im Grundriss weist er einen Durchmesser von 8,65 Metern auf. Die Ähnlichkeit mit dem Bergfried der Neu-Bechburg ist unübersehbar – wahrscheinlich wurden die beiden Türme um die gleiche Zeit errichtet. Falkenstein und der Königsmord von 1308 Noch vor 1300 wechselte die Burg, nun als Lehen der Grafen von Frohburg, vom Falkensteiner Familienzweig an die Stammlinie der Bechburger zurück, doch gehörten Anteile an der Festung auch dem mit diesen verwandten Rudolf von Wart. Dieser Ritter aus der Gegend von Winterthur gehörte 1308 zu den Mördern von König Albrecht I. von Habsburg. Nach der Bluttat hielt sich Rudolf mit seinen Mittätern kurze Zeit auf Neu-Falkenstein auf, verkaufte seine Anteile an der Burg 1309 aber an seine Vettern Heinrich und Markwart von Bechburg. Wohl deshalb wurde die Burg beim Rachefeldzug der Habsburger nicht zerstört. Schaden erlitt sie hingegen beim Basler Erdbeben von 1356. Die Reparaturarbeiten scheinen einige Jahre angedauert zu haben. Der «Safrankrieg» und seine Folgen 1374 kam es zum sogenannten «Safrankrieg»: Henmann von Bechburg, Burgherr zu Neu-Falkenstein, beschlagnahmte damals bei St. Wolfgang wegen Schuldforderungen an die Stadt Basel Handelsware, darunter eine grosse Menge kostbares Safran. Dies wurde als Landfriedensbruch aufgefasst, weshalb Truppen aus Bern, 100 Schützen mit einer Wurfmaschine aus Basel, Landgraf Rudolf IV. von Nidau, sowie die Grafen Hartmann von Neu-Kyburg und Sigmund von Thierstein-Farnsburg vor die Burg zogen und sie 14 Wochen lang belagerten. Schliesslich wurde die Festung eingenommen und teilweise zerstört. 16 Kriegsknechte, welche die Burg verteidigt hatten, wurden enthauptet, während die Adligen gefangengenommen und später gegen ein Lösegeld wieder freigelassen wurden. Der anschliessende Wiederaufbau der Burg führte wohl zum Namen «Neu»-Falkenstein. Henmann, der letzte Bechburger, war nach dem Konflikt ruiniert, verpfändete die Burg 1380 an Rutschmann von Blauenstein und fand sechs Jahre später in der Schlacht von Sempach den Tod. Im nun folgenden Erbstreit erhoben auch Henmanns Schwester Margarete von Heidegg sowie die Grafen von Thierstein Ansprüche auf die Herrschaft. Hans von Blauenstein, der Neu-Falkenstein von seinem Vater geerbt hatte, verkaufte deshalb seine Rechte an der Burg 1402 der Stadt Solothurn. Die Thiersteiner verzichteten nun auf ihre Ansprüche, an Margarete von Heidegg zahlte Solothurn 1417 eine Entschädigung von 500 Gulden. Oberster Lehnsherr über Neu-Falkenstein bleib noch bis 1669 der Bischof von Basel. Die Burg nach dem Übergang an Solothurn Unter solothurnischer Herrschaft wurde Neu-Falkenstein zum Landvogteisitz. Die Burg erfuhr dabei verschiedene Umgestaltungen, bis sie während der Helvetischen Revolution in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 1798 vom aufgebrachten Landvolk in Brand gesteckt wurde. 1938 bis 1939 erfolgten auf der Ruine Freilegungsarbeiten, bei denen leider nicht sehr sachgemäss vorgegangen wurde und zahlreiche Funde verloren gingen. Heute wird die Anlage von der «Stiftung Neu-Falkenstein» betreut. |
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Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente | |||||||||||||||||||||||||||||||
Literatur | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Webseiten mit weiterführenden Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
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