SCHLOSS BURGISTEIN
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Allgemeine Informationen
Das Schloss Burgistein hat seine heutige Gestalt im 16. Jhdt. erhalten, als die letzten Wehrbauten der gleichnamigen Burg abgebrochen wurden. Letztere wurde um 1260 durch die Ritter von Thun gegründet, die sich später nach Burgistein benannten. Im Laupenkrieg soll die Burg 1340 zerstört, danach aber wieder aufgebaut worden sein.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 47’ 14.20“ N, 07° 30’ 17.20“ E
Höhe: 820 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 605.050 / 181.790
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A6 bei der Ausfahrt Thun-Nord verlassen und der Hauptstrasse 221 in westlicher Richtung über Seftigen bis zum Bahnhof Burgistein folgen. Hier nach Süden abbiegen und auf der Hauptstrasse 231 bis nach Wattenwil fahren. Im Kreisverkehr im Ort geradeaus halten und der Burgisteinstrasse etwa 2,5 km bergauf bis zum Hof Weiermätteli folgen, wo das Schloss von weither sichtbar auf einem Hügel thront.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bahnhof Thun mit der S-Bahn (Linie 4 oder 44) bis nach Burgistein. Südwestlich des Bahnhofs dem markierten Wanderweg über die Gürbe bis zur Kreuzung bei Althus folgen. Dann in westlicher Richtung bergauf über Oberburgiwil bis nach Weiermätteli, von wo man eine gute Sicht auf die Gesamtanlage hat.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Privatbesitz, nicht zugänglich
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Burgstein
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2026 | u.a. auf Basis von: Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 45 | Basel, 2017 | S. 89
Historie
Gründung durch die Ritter von Thun
Die Burg Burgistein wurde um 1260 durch die Ritter von Thun gegründet, die aus dem Dienstadel der Grafen von Kyburg stammten. Jordan I. von Thun gelangte damals durch einen Gütertausch mit dem Kloster Interlaken zu Besitz im Gürbetal – um diesen zu verwalten, liess er eine neue Burg an aussichtsreicher Position errichten. Ein Zusammenhang mit der 1,5 km weiter nördlich gelegenen älteren Wehranlage, die als Alt-Burgistein bekannt ist, konnte bis heute hingegen nicht hergestellt werden.
Die neue Burg wurde rasch zum namensgebenden Sitz der Familie. Bereits der Sohn des mutmasslichen Erbauers, Jordan II., nannte sich 1266 nach Burgistein. Über das Aussehen der Anlage in dieser frühen Phase liegen hingegen kaum Informationen vor. Der breite Halsgraben, der sie gegen Westen hin abgrenzt, dürfte auf die Anfänge zurückgehen. Der Hauptturm der Burg wird dort vermutet, wo sich heute zwischen Graben und Westtrakt eine baumbestandene Terrasse befindet. In ihren Grundmauern sollen sich die Fundamente des Turms verbergen. Der Palas der Burg dürfte sich an der Stelle des heutigen Westtrakts befunden haben.

Konflikt mit Bern und Zerstörung der Burg
Jordan III. von Burgistein stellte sich im frühen 14. Jhdt. den Versuchen der Stadt Bern entgegen, ihren Einflussbereich immer weiter auszudehnen. Als wichtigster habsburgischer Gefolgsmann in der Region war er wohl ein Mitinitiant jener Adelskoalition, die sich gegen die Aarestadt auflehnte und 1339 in der Schlacht bei Laupen unterlag. Bernische Truppen zogen 1340 vor Burgistein und belagerten die Burg. Der spätmittelalterliche Chronist Konrad Justinger berichtet, dass bei dieser Gelegenheit der Schütze Ryffli den Burgherrn mit einer Armbrust erschossen habe, worauf Burgistein erstürmt und zerstört wurde.

Die Besitzer der Burg im Spätmittelalter
In den folgenden Jahren wurde die Burg wieder aufgebaut, und die Ritterfamilie arrangierte sich mit den neuen Machtverhältnissen. Zwei Söhne des getöteten Burgherrn, Konrad II. und Petermann von Burgistein, wurden ins Burgrecht von Bern aufgenommen. Andere Mitglieder der Familie liessen sich in Solothurn und Thun nieder. Noch vor Ende des 14. Jhdts. starb das Geschlecht mit dem Tod Konrads III. aber aus.
Burg und Herrschaft Burgistein waren bereits 1361 durch Heirat in den Besitz des Berner Patriziers Werner Münzer gelangt. Er vererbte sie seinem Vetter Ludwig von Seftigen, der 1394 Schultheiss von Bern wurde. Seine Tochter Agnes verkaufte den Besitz im Gürbetal 1425 an den Berner Ratsherrn Bernhald Balmer und den Stadtschreiber Heinrich von Speichingen. Danach folgten im 15. Jhdt. weitere rasche Besitzerwechsel.

Umgestaltung zum Landsitz im 16. Jhdt.
1484 heiratete Jakob von Wattenwyl, der später ebenfalls zum Schultheissen von Bern aufstieg, Magdalena von Muleren, was ihm die Herrschaft Burgistein einbrachte. Im 16. Jhdt. machten sich seine Nachfahren daran, die alte Burg zum zeitgemässen Landsitz umzugestalten. Der damals noch erhaltene Hauptturm und wahrscheinlich auch der Palas wurden abgebrochen. Stattdessen liess Reinhard von Wattenwyl 1535 den dominanten Westtrakt mit seinem hohen Walmdach errichten. Unter seinem Sohn Bernhard entstanden um 1573 der kleinere Osttrakt sowie die Galerie mit zentralem Erker, die beide Häuser verbindet.

Burgistein unter den von Graffenried
1714 wechselte das Schloss nochmals durch Heirat den Besitzer und gelangte an Emanuel von Graffenried, Spross einer anderen wichtigen Berner Patrizierfamilie, der damals auch die Burg Worb gehörte. Bis zum Revolutionsjahr 1798 blieb Burgistein eine eigenständige kleine Herrschaft, zu der auch die niedere Gerichtsbarkeit über die umliegenden Dörfer gehörte. Erst 1839 musste die Familie von Graffenried die letzten Herrschaftsrechte an den Kanton Bern übergeben – das Schloss allerdings gehört ihr bis heute.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 113
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 10: Bern 1 | Kreuzlingen, 1974 | S. 32-36
  • Schmid, Bernhard / Moser, Franz - Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern: Mittelland, Emmental und Oberaargau, I. Teil | Basel, 1942 | S. 75-80
  • Schweizer, Jürg - «daß daß hûbsch adelÿch ckleÿnett nitt tzertteÿltt wuord»: Der Wandel im Herrschaftsbau vom 15. zum 17 Jahhundert anhand ausgewählter Burgen und Schlösser | In: Baeriswyl, Armand / Niederhäuser, Peter - Zeugen vergangener Macht und Herrschaft: Schweizer Burgen und Schlösser vom Mittelalter bis heute [Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 45] | Basel, 2017 | S. 82-94
  • Schweizer, Jürg - Schlösser und Landsitze in der Landschaft Bern | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 14. Jhg./Nr. 2 | Basel, 2009 | S. 42-57
  • Zahnd, Urs Martin - von Burgistein | In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Stand vom 19.06.2026: hls-dhs-dss.ch
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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