BURG ALT-BURGISTEIN (SCHÖNEGG, BLANKENBURG) Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Bern | Verwaltungskreis Thun | Burgistein |
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| Allgemeine Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Im Wald beim Weiler Aebnit versteckte Ruine einer trapezförmigen Wehranlage, die noch Reste der Ringmauer sowie eines Dopppelgrabens mit Zwischenwall aufweist. Gemäss archäologischen Untersuchungen wurde sie in der zweiten Hälfte des 12. Jhdts. gegründet und war bis ins frühe 14. Jhdt. bewohnt. Eindeutige historische Hinweise zur Burg und ihren Besitzern liegen nicht vor, die verschiedenen Burgnamen fussen auf neuzeitlichen Spekulationen. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Informationen für Besucher | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Bilder | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Grundriss | |||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Quelle: Moser, Andreas - Ausgrabung «Schönegg» / «Blankenburg» bei Burgistein 1959-1964 | In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, 28. Jhg. | Bern, 1966 | S. 52 | überarbeitet von O. Steimann, 2026 |
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| Historie | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Eine Ruine mit drei Namen
Zur Burganlage bei Aebnit über dem Gürbetal liegen – genauso wie zur benachbarten Burgstelle Bühlhölzli – keine gesicherten historischen Nachrichten vor. Hingegen kursieren für die Ruine schon seit langer Zeit drei verschiedene Namen. Die heute gebräuchliche Bezeichnung «Alt-Burgistein» lässt vermuten, dass es sich um eine Vorgängeranlage des Schlosses Burgistein handelt. Das ist jedoch unwahrscheinlich, denn Burgistein wurde erst im 13. Jhdt. von den Rittern von Thun gegründet, die zuvor nicht hier ansässig waren, während die vorliegende Anlage älteren Ursprungs ist. Der ebenfalls geläufige Name «Schönegg» bezieht sich auf die Weiler Ober- und Niederschönegg, die weiter westlich bergaufwärts liegen. Eine adlige Familie oder eine Burg mit diesem Namen lassen sich in den Schriftquellen jedoch nicht nachweisen. Die dritte Bezeichnung «Blankenburg» verweist auf die gleichnamige Familie aus dem Berner Stadtadel, die möglicherweise die Blankenburg im Obersimmental gegründet hat. Sie besass in der Gegend um Burgistein zwar mehrere Güter, ihr Wohnsitz war jedoch die Burg Jaberg an der Aare. Erste Bauphase: ein Mauertrapez mit Randbebauung aus Holz Dank der archäologischen Untersuchung der Ruine von 1959 bis 1964 lässt sich die Burg zumindest zeitlich einordnen. Gegründet wurde sie in der zweiten Hälfte des 12. Jhdts., und diese erste Besiedlungsphase dauerte bis etwa 1250. In jener Zeit entstanden die Hauptmerkmale der heute noch sichtbaren Anlage. Diese war umgeben von einer rund 1 Meter dicken Ringmauer, die ein Trapez bildete: 34 Meter lang, westseitig 23 und ostseitig noch 10 Meter breit. Auf der West- und der Nordseite waren der Burg zwei Gräben mit Zwischenwall vorgelagert, während das steile Gelände diese auf der Süd- und Ostseite überflüssig machte. Im Innern des weiten Burghofs fand man keine Steinbauten aus dieser Phase, jedoch Spuren von Holzbauten, die an den Bering angelehnt waren, vor allem im nordwestlichen Bereich. Ungeklärt sind die Fragen der Wasserversorgung und des Zugangs zur Burg. Gemäss mündlicher Überlieferung befand sich das Tor in der südöstlichen Ecke der Anlage. Deren eher primitive Gesamtkonzeption erinnert stark an die etwas jüngere Burg Multberg im Kanton Zürich. Zweite Bauphase: Türmchen und Binnenmauer Nach einem Brandereignis um etwa 1250, das die Holzbauten auf der Burg zerstörte, kam es zu einer zweiten Bauphase. Nun entstand im östlichen Teil des Areals ein Mauersockel, der im Grundriss lediglich 3,6 x 5,95 Meter mass. Gedeutet wird dieser Bau als kleiner Turm, auf dessen steinerenem Unterbau ein geräumiger Obergaden aus Holz zu vermuten ist. Reste von Ofenkacheln aus diesem Bereich weisen darauf hin, dass der Bau beheizt werden konnte. Dieses Türmchen war über eine Binnenmauer mit dem nordseitigen Bering verbunden. Entlang der Nordseite der Ringmauer wurden damals auch wieder kleinere Bauten aus Holz aufgestellt. Diese zweite Besiedlungsphase der Burg dauerte bis in die erste Hälfte des 14. Jhdts. Dann wurde die Burg endgültig aufgegeben. Alle Spuren dieser zweiten Phase wurden nach der Ausgrabung wieder zugedeckt und sind nicht mehr sichtbar. Der heutige Zustand Neben Teilen der Wall- und Grabenanlage von Alt-Burgistein sind heute vor allem noch einige stark verwitterte Teile der Ringmauer erkennbar. Das gilt insbesondere für die südwestliche Mauerecke und Abschnitte der Süd- und Südostseite, die allerdings ihres Mantels weitgehend beraubt wurden. Steine der Burg sollen für Verbauungen an der Gürbe und in den Jahren 1919/20 für den Bau einer Sauerkrautfabrik verwendet worden sein. Interessant ist das umfangreiche Fundgut der Burg. Es umfasst neben Keramikscherben von Kochgeschirr und dem erwähnten Ofen auch bearbeitete Hornfragmente, Pfeilspitzen, Hufeisen, Nägel, Messerklingen, Fragmente von Backsteinen und Dachziegeln, viele Tierknochenreste sowie ein sogenannter Ofensteckpfropfen, den ein Gesicht ziert. |
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| Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Literatur | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Webseiten mit weiterführenden Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
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