BURGSTELLE FRAUETS (FROUEZ)
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Allgemeine Informationen
Burgstelle am alten Weg von Signau auf das Geländeplateau von Mutten. Der längliche Hügel ist auf drei Seiten von einem Graben umgeben, der nord- und südseitig von einem Wall flankiert wird. Vermutlich handelt es sich um einen hochmittelalterlichen Wohnsitz der Vorgänger der Adelssippen von Signau und Schweinsberg-Attinghausen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 55’ 06.80“ N, 07° 43' 53.70" E
Höhe: 729 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 622.310 / 196.420
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Bern auf der Hauptstrasse 10 in östlicher Richtung über Worb, Grosshöchstetten und Zäziwil bis zum Weiler Schlossberg fahren, wo die Strasse nach Signau links abbiegt. Beim Bahnhof Signau die Bahnlinie überqueren und dem Strässchen «Gässli» in südöstlicher Richtung folgen bis zur Kreuzung am Waldrand. Geradeaus etwa 80 Meter weiterfahren, wo links der alte Hohlweg abzweigt, der zur Burgstelle hinaufführt (wenige Parkmöglichkeiten vor Ort).
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bern mit der S-Bahn (Linie 2 in Richtung Langnau i.E.) bis nach Signau fahren. Weitere Wegbeschreibung: siehe oben (Zustieg ca. 10 Min.).
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Frauets
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2025
Historie
Ein alter Weg auf das Plateau von Mutten
Vom Dorf Signau führt eine Landstrasse («Gässli») direkt durch den Staldenmattgraben hinauf auf das Plateau von Mutten – eine weite Geländeterrasse, die vermutlich bereits im Frühmittelalter besiedelt war. Ein viel älterer Weg, der erst im frühen 20. Jhdt. aufgegeben wurde, verlief von der Mündung des Grabens in nordöstlicher Richtung steil aufwärts auf das Plateau. Auf diesem konnte man früher die wegen dem Wasser der Emme häufig kaum passierbare Ebene bei Schüpbach umgehen. Auf der Anhöhe zwischen diesem alten Weg und der heutigen Landstrasse befindet sich die Burgstelle Frauets.

Burghügel mit Wall- und Grabenanlage
Von der Geländeterrasse ist der Burghügel durch einen noch klar erkennbaren Graben getrennt, der ihn auf der Nord-, Ost- und Südseite umgibt. Diesem Annäherungshindernis war stellenweise ein Wall vorgelagert. Auf der Nordseite ist dieser nur noch schwach ausgeprägt, während er auf der Südseite etwa 5 Meter hoch aufragt. Südlich dieses Walls führt ein alter Hohlweg aus dem Staldenmattgraben hinauf zur Burgstelle.
Das eigentliche Burgareal umfasst ein längliches Plateau mit einer maximalen Ausdehnung von 41 x 17 Metern. Starker Bewuchs erschwert heute den Blick auf mögliche Spuren früherer Bauten. Mauerreste sind keine vorhanden – es dürfte sich um eine hochmittelalterliche Holz- und Erdburg gehandelt haben.

Im Kerngebiet der Freiherrschaft Signau
Da zu Frauets weder archäologische Erkenntnisse noch historische Schriftquellen vorliegen, lässt sich über die Geschichte dieser Wehranlage nur spekulieren. Zusammen mit den nahen Burgstellen Schweinsberg, Weichelgraben und der Burg Alt-Signau fasste sie das alte Kerngebiet der Freiherrschaft Signau in einem weiten Bogen ein. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen frühen Siedlungsplatz der Vorgänger oder gar Vorfahren derer von Signau und von Schweinsberg-Attinghausen handelt. Spätestens im 13. Jhdt. dürfte Frauets dann zugunsten von Alt- und Neu-Signau aufgegeben worden sein.

Theorien zum heutigen Flurnamen
Für den Namen der Burgstelle werden verschiedene Erklärungen herangezogen. «Frouez», wie der Ort im lokalen Dialekt heisst, könnte vom althochdeutschen «fro» abgeleitet sein, was unter anderem «Herr» bedeuten konnte. Vielleicht befand sich auf oder nahe der Burg aber auch eine Kapelle, die der «Frau» Maria geweiht war (wie die nahe Kirche von Signau). Und nicht zuletzt könnte der benachbarte Flurname «Mutten» auf eine ehemalige Motte hinweisen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Glanzmann, Jonas - Emmental: eine Landschaft erzählt Geschichte | Langnau, 2008 | S. 246-249
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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