FESTI (BURG BENNENWIL) Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Bern | Verwaltungskreis Thun | Gurzelen |
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| Allgemeine Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Ruine mit wenigen Mauerresten in einem kleinen Waldstück nördlich von Gurzelen. Die vermutlich im frühen 13. Jhdt. gegründete Anlage wurde ab 1344 zum Mittelpunkt der vereinigten Herrschaften Nieder- und Obergurzelen und unter den Herren von Bennenwil und Lindach deutlich ausgebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde sie spätestens in der Reformationszeit aufgegeben. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Informationen für Besucher | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Bilder | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Grundriss | |||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2026 |
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| Historie | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Unklare Anfänge und ein erster Verkauf
Genauso wie Obergurzelen bildete auch Niedergurzelen im ausgehenden Hochmittelalter eine eigene kleine Herrschaft mit Pfarrkirche, Dorf und Adelssitz. Über ihre Ursprünge gibt es keine gesicherten Informationen – nur die vage Vermutung, dass der 1230 in den Quellen genannte Ritter «H. de Gurcellun» hier gewohnt haben könnte. 1259 gehörte Niedergurzelen den Freiherren Heinrich und Rudolf von Wiler, welche die Herrschaft in jenem Jahr an Rudolf von Strättligen, damals Herr von Obergurzelen, und an Jordan I. von Thun-Burgistein verkauften. Noch im gleichen Jahr respektive 1263 übergaben die neuen Besitzer die Kirchen von Ober- und Niedergurzelen samt Vogteien dem Kloster Interlaken. 1272 wurden die beiden Pfarreien zusammengelegt. Zusammenlegung der Herrschaften Nieder- und Obergurzelen Wie die Burg von Niedergurzelen im 13. Jhdt. ausgesehen hat, ist nicht bekannt. In der einschlägigen Literatur wird teilweise sogar bestritten, dass sie damals schon existierte. Auf einen alternativen Herrschaftsmittelpunkt, etwa einen Turm im Dorf, gibt es jedoch keinerlei Hinweise. Deshalb erscheint es plausibler, dass am Ort der «Festi» bereits im 12. oder 13. Jhdt. eine kleine Burg stand. Zumindest die starken Grundmauern des Hauptturms im westlichen Teil der Anlage dürften auf diese Zeit zurückgehen. Unter dem nächsten Besitzer, dem einflussreichen Berner Laurenz Münzer, wurden spätestens um 1300 auch die Gerichtsherrschaften von Nieder- und Obergurzelen zusammengelegt. Seine Tochter Anna verkaufte 1344 ihr Erbe an Angehörige ihrer Schwestern. So gelangte die Herrschaft zu zwei Dritteln an die Herren von Bennenwil und zu einem Drittel an die Herren von Lindach. Ausbau der Burg ab 1344 Die neuen Besitzer gaben die Burg Obergurzelen auf und machten jene von Niedergurzelen zum alleinigen Herrschaftssitz. Zu diesem Zweck wurde die Festi ab 1344 bedeutend ausgebaut. Das an einer Geländekante gelegene, auf drei Seiten von einem Graben geschützte Burgareal besteht aus einem erhöhten Westteil und einem niedrigeren, etwa doppelt so grossen Ostteil. Der Hauptturm im Westteil wurde wohl aufgestockt, während ganz im Osten ein neuer Bau entstand: ein Wohntrakt oder zweiter Turm mit rechteckigem Grundriss. Zwischen diesen beiden Gebäuden erstreckte sich der Burghof, wo sich auch die Toranlage befunden haben dürfte. Die Herren von Bennenwil, die ursprünglich aus dem Weiler Beniwil im Freiburger Sensebezirk stammten, scheinen von der Bevölkerung als die massgeblichen neuen Besitzer wahrgenommen worden zu sein, denn ihr Name übertrug sich auf die Burg. Allerdings starb der letzte männliche Vertreter der Familie noch vor 1400, und um die gleiche Zeit erlosch auf die Familie von Lindach. Viele Besitzerwechsel und Niedergang der Burg Die weitere Besitzergeschichte ist sehr verworren. Der Lindach-Drittel wurde dem Oberen Spital Bern vererbt und 1523 von der Familie von Wattenwyl auf Burgistein gekauft. Die beiden Bennenwil-Drittel gelangten durch mehrere Verkäufe ab 1364 in die Hände der Herren von Krauchthal. Durch eine Erbteilung kam der eine Drittel im frühen 15. Jhdt. an die Herren von Erlach – diesen konnten die von Wattenwyl auf Umwegen bis 1542 ebenfalls erwerben. Der letzte Anteil gelangte hingegen 1464 ans Kloster Thorberg. Als dieses im Zuge der Reformation 1528 säkularisiert wurde, fiel der Besitz der Stadt Bern zu. Spätestens im 16. Jhdt. wurde die Burg nicht mehr benötigt, dem Zerfall überlassen und als Steinbruch ausgebeutet. Heute ist noch eine stark verwitterte Mauerecke des Hauptturms zu sehen. Im östlichen Teil der Anlage deuten schwache Mauerspuren und Geländevertiefungen den ungefähren Gundriss der mittelalterlichen Wehranlage an. Leider hat die Ruine auch in jüngerer Vergangenheit Schaden genommen durch illegale Raubgrabungen. |
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| Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Literatur | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Webseiten mit weiterführenden Informationen | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Sonstiges | |||||||||||||||||||||||||||||||
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