CHÂTEAU DU CHÂTELARD
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Allgemeine Informationen
Die um 1440 durch Jean II. de Gingins gegründete Burg steht im Ortsteil Clarens, auf einem rebenbestandenen Hügel über dem Genfersee. Ihr Wahrzeichen ist der mächtige, mit schönen Maschikuli versehene Donjon. Die Anlage wurde über die Jahrhunderte stark verändert und enthält heute Ferienzimmer und -wohnungen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 26’ 50.50“ N, 06° 53’ 56.80“ E
Höhe: 499 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 558.540 / 144.150
Kontaktdaten
Château du Châtelard | Chemin de Planchamp-Dessous 1 | CH-1815 Montreux
Tel: +41 (0)79 403 06 99 | E-Mail: info@chateauduchatelard.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A9 bei der Ausfahrt Montreux verlassen, der Route de Brent ein kurzes Stück bergauf folgen und dann rechts in die Route des Colondalles einbiegen. Diese führt nach Überquerung der Autobahn unmittelbar oberhalb an der Burg vorbei (wenige Parkmöglichkeiten vor Ort).
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Lausanne mit dem InterRegio-Zug in Richtung Brig bis nach Montreux fahren. Ab hier weiter mit der Regionalbahn in Richtung Chernex bis nach Châtelard. Die Burg befindet sich gleich neben der Haltestelle.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Die Burg ist nur für Übernachtungsgäste zugänglich.
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
Es können Zimmer, Studios und Ferienwohnungen in der Burg gemietet werden unter:
chateauchatelard.ch
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Châtelard
Quelle: neu gezeichnet nach verschiedenen Vorlagen von O. Steimann, 2008
Historie
Eine Anlage aus der Spätzeit des Burgenbaus
Seit der Spätzeit des rudolfingischen Königreichs Hochburgund gehörte die Gegend von Montreux dem Bischof von Sion. Nach den Auseinandersetzungen des Interregnums veräusserte das verschuldete Bistum seine hiesigen Rechte an Girard d'Oron. Nächste Besitzer der Herrschaft waren die Herren von La Sarraz. François I. de La Sarraz musste sich 1352 in einem Vertrag mit Graf Amadeus VI. von Savoyen dazu verpflichten, in der Herrschaft Montreux eine Burg zu errichten, die der Bevölkerung in Kriegszeiten eine Zuflucht bieten sollte. Diese Verpflichtung wurde vorerst aber nicht erfüllt.
Erst als Ritter Jean II. de Gingins durch Heirat mit Marguerite de La Sarraz in den Besitz der Herrschaft gekommen war, setzte er die Pläne in die Tat um. In nur zwei Jahren, von 1440 bis 1442, soll die Burg von Châtelard errichtet worden sein. Als Zentrum der Anlage wurde ein grosser, zinnenbewehrter Donjon erstellt, der mit weitläufigen, mit weiteren Türmen verstärkten Wehranlagen umgeben wurde. Als Vorlage diente Jean de Gingings offensichtlich das Castello di Verrès im Aostatal, das er sehr gut kannte. Bis 1439 hatte er den Herzögen von Savoyen im Piemont gedient.

Zerstörung in den Burgunderkriegen
Während der Burgunderkriege stellte sich Pierre de Gingins auf die Seite Savoyens, das mit dem Burgunderherzog Karl dem Kühnen gegen die Eidgenossen kämpfte. Von Châtelard aus kämpfte Pierre gegen die aufständischen Walliser. 1476 zogen dann aber Truppen aus der Grafschaft Greyerz, verstärkt durch Aufständische aus der näheren Region plündernd nach Montreux und eroberten die Burg. Châtelard wurde ausgeräumt und in Brand gesteckt. Pierre de Gingins starb wenig später beim vergeblichen Versuch, die Burg von La Tour-de-Peilz gegen die Berner zu verteidigen.

Wiederaufbau und wechselnde Besitzer
Erst 1490 wurde die zerstörte Burg ihren Besitzern zurückgegeben. Um 1500 liess François de Gingins den Donjon wieder herrichten. Unter der Oberherrschaft Berns folgten nun etliche Besitzerwechsel. Ab 1549 gehörte Châtelard der Familie de Challant, ab 1571 der Stadt Vevey, ab 1573 der Familie d'Anglure, 1582 Antoine d'Allingre und 1585 Jean Babtiste Rotta. 1596 befand sich die Burg im Besitz der Herren von Blonay, bevor sie im 17. Jhdt. durch Heirat an die Familie von Tavel gelangte.
Ab 1708 hatten die Bondeli auf Châtelard das Sagen. Diese Familie orientierte sich nach Bern und machte sich unter der Bevölkerung entsprechend unbeliebt. Die Gemeinden der Herrschaft Châtelard zahlten ihnen 1795 schliesslich 116'408 Franken, um die verbliebenen Feudalrechte abzulösen. Nur drei Jahre später brach das alte Herrschaftssystem beim Einmarsch der französischen Armee endgültig zusammen.

Das Château in der Neuzeit
Nach dem Umsturz von 1798 folgten nacheinander die Familien Dubochet des Planches und Marquis als Burgbesitzer. Das Aussehen der Anlage wurde über die Jahrhundert immer wieder verändert. Ausser dem mächtigen Donjon und der Toranlage ist von der grossen spätmittelalterlichen Burg kaum noch etwas erhalten geblieben. 1961 wurde das Bauensemble unter Schutz gestellt.
1983 erwarb schliesslich die Familie Fornerod de Mons d'Avanches das Château und vermarktete es zeitweise als Business-, Kultur- und Tagungszentrum. Im Januar 2011 wurde die Burg für rund 9 Millionen Franken an eine Genfer Immobiliengesellschaft veräussert, nachdem man zuvor ein Jahrzehnt lang vergeblich einen Käufer gesucht hatte. Heute werden die schönen Räumlichkeiten an Feriengäste vermietet.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Medienberichte
Literatur
  • Berger, Ric - Burgen und Schlösser in der Schweiz, Bd. 2 | Neuenburg, 1966 | S. 39
  • Bourgeois, Victor H. - Die Burgen und Schlösser des Kantons Waadt, I. Teil | Basel, 1935 | S. 56-59
  • De Raemy, Daniel - Châteaux, donjons et grandes tours dans les Etats de Savoie (1230-1330), Vol. 1 [Cahiers d'archéologie romande 98] | Lausanne, 2004 | S. 167
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 12: Waadt, Wallis, Genf | Kreuzlingen, 1976 | S. 36-38
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 30
  • Pradervand, Brigitte - Châteaux en pays de Vaud: Du château médiéval à la maison de campagne du XVIIIè siècle | Lausanne, 2010 | S. 34-37
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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