BURG BELMONT
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Allgemeine Informationen
Ähnlich wie das benachbarte Hohentrins steht Belmont auf einem steil aus dem Bergwald aufragenden Felszahn. Vom Sattel westlich des Felsens führt ein mit Seilen gesicherter Pfad hinauf zur Hauptburg, von der noch konservierte Mauerreste zweier Ringmauern, verschiedener Wohngebäude und einer Zisterne zu sehen sind. Die bereits im 10. oder frühen 11. Jhdt. gegründete Anlage war der Stammsitz der einflussreichen Herren von Belmont. Nach deren Aussterben (1371) wurde sie verlassen. Der abgelegene Platz bietet eine phänomenale Aussicht über das Vorderrheintal.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 50' 43.18" N, 09° 20' 04.48" E
Höhe: 1420 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 744.600 / 189.990
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
Der exponierte Burgfelsen fällt gegen alle Seiten hin sehr steil ab und ist nicht gesichert.
Anfahrt mit dem PKW
Ab Chur auf der Autobahn A13 rheinaufwärts bis zur Ausfahrt Reichenau, anschliessend auf der Kantonsstrasse 19 über Trin nach Flims. Im Dorfzentrum rechts abbiegen in Richtung Fidaz. Der Via da Fidaz bergauf folgen bis zum Fahrverbot, wo sich ein grosser Parkplatz befindet. Ab hier führt ein ausgeschilderter Wanderweg zunächst paralell zur Strasse und anschliessend ostwärts in den Bergwald hinein zum Burgfelsen von Belmont (ca. 25 Min. Fussweg).
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Chur mit der Postautolinie in Richtung Laax bis zur Haltestelle Flims Dorf, Post. Hier umsteigen auf den Bus nach Fidaz, Post. Nun zu Fuss der Via da Fidaz bergauf bis zum Parkplatz und dann dem oben beschriebenen Wanderweg folgen (insgesamt ca. 35 Min.) Von Ende Juli bis Mitte Oktober besteht die Möglichkeit, mit dem Bus weiter bis nach Bargis zu fahren. Von hier führt ein markierter Wanderweg bergab in ca. 15 Min. zur Burg.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Belmont (GR)
Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 184 | ergänzt von O. Steimann, 2007
Historie
Die einsam im Bergwald auf einem hohen Felszahn thronende Burg Belmont muss bereits an der Wende vom 10. zum 11 Jhdt. gegründet worden sein. Auf diese frühe Entstehungszeit lassen einerseits der altertümliche Grundriss, andererseits ein Stachelsporn und andere Kleinfunde von der Burg schliessen. Der Burgname Belmont ist rätoromanisch und entspricht dem deutschen «Schönenberg». Die Anlage war der Stammsitz eines alten, edelfreien Geschlechts aus dem Vorderrheintal, das mit «Lutefridus de Belmonte» 1137/39 erstmals in den Urkunden erwähnt wird. Verwandt mit den Vazern, der mächtigsten Adelsfamilie Rätiens, nahmen die Herren von Belmont verschiedentlich wichtige Positionen ein. Domherren der Churer Kirche entstammten diesem Geschlecht, und von 1273 bis 1282 sass mit Konrad von Belmont gar ein Vertreter auf dem Bischofsstuhl. An der berühmten Universität von Bologna wurde 1267 mit Heinrich von Belmont der erste bekannte Student aus Rätien eingetragen.

Das Aussehen der Burg lässt sich nur schwer rekonstruieren. Allgemein sind die Mauern nicht sehr stark, was vermuten lässt, dass sie als Fundament für Aufbauten aus Holz dienten. Eine erste Anlage mit einem enger gezogenen Bering scheint um die Mitte des 12. Jhdts. durch eine grössere Burg abgelöst worden zu sein. Der halbkreisförmige Bering verlief nun weitgehend entlang der steil abfallenden Geländekante und verband mindestens drei grössere Gebäude. Der mittlere und der östliche Trakt scheinen als Behausungen gedient zu haben. Beim östlichen Gebäude fand man in einer Nische gar noch Reste von Wandmalereien.
Im Zentrum der Anlage wurde eine 5,7 Meter tiefe Filterzisterne angelegt, die wohl ebenfalls überdacht war. Unklar ist hingegen, in welcher Form der höchste Felskopf in die Anlage einbezogen war. Er überragt die Hauptburg um rund 8 Meter und bildet ein Plateau von etwa 10 x 30 Meter. Da hier keinerlei Mauerreste vorhanden sind, könnte er einst ein Gebäude aus Holz getragen haben. Nebenbauten der Burg werden am westlichen Fuss des Burgfelsens vermutet, wo sich im Gelände noch alte Terrassierungen abzeichnen. Die hier vorhandenen Mauerreste des Vorwerks gehörten vermutlich zu einer gemauerten Rampe für den Zugang zur Hauptburg.

Nach ihrem Ausbau wurde die Burg bis zu ihrem Abgang nicht mehr wesentlich verändert. Möglicherweise hatten die Herren von Belmont ihren Hauptsitz bereits um 1200 auf andere, weniger abgeschiedene Burgen verlegt. Wer danach die Burg für sie verwaltet haben könnte, ist nicht bekannt. 1352 kam es zur sogenannten «Belmonter Fehde». Damals kämpften die Herren von Belmont als Anführer eines Aufstands in der Surselva erfolgreich gegen die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. Flims wurde im Verlauf der Kämpfe von der Gegenpartei besetzt und das Städtchen Ilanz gar niedergebrannt. Die Stammburg scheint jedoch nicht zu Schaden gekommen zu sein. Doch bereits 1371 starb mit Ulrich Walter, Stadtvogt von Chur, der letzte Freiherr von Belmont. Über seine Nichte Elisabeth gelangten Burg und Herrschaft an die Familie von Sax-Misox. Bei einem Gütertausch zwischen ihr und ihrem Vetter Brun von Rhäzüns wird 1380 «daz burgstal ze Belmunt» erstmals erwähnt. Die Burg war damals wohl bereits im Zerfall begriffen - die jüngsten Fundgegenstände stammen aus der Mitte des 14. Jhdts.

Zu Beginn des 20. Jhdts. waren kaum noch Mauerspuren sichtbar. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1932 bis 1936 konnten die alten Grundmauern jedoch freigelegt und konserviert werden.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 282
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 61-62 und S. 101
  • Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 184-185
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 8: Graubünden 1 (Nordbünden) | 2. überarb. und erg. Aufl. | Kreuzlingen, 1981 | S. 20-22
  • Poeschel, Erwin - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Leipzig, 1930 | S. 227-228
  • Poeschel, Erwin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. IV: Die Täler am Vorderrhein, I. Teil: Das Gebiet von Tamins bis Somvix | Basel, 1942 | S. 20-21
  • Von Castelmur, Anton - Die Burgen und Schlösser Graubündens, II. Teil: Bündner Oberland und Seitentäler | Basel, 1944 | S. 16-20
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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