BURGSTELLE UEBESCHI
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Allgemeine Informationen
Die Existenz einer Burgstelle bei Uebeschi ist umstritten. Der dafür in Frage kommende kleine Hügel im Gisisalwäldchen südöstliches des Dorfes weist allerdings Spuren eines Grabens auf, ebenso sind noch einzelne behauene Steinquader zu finden. Hier könnte sich ein bescheidener Wohnsitz der von 1236 bis 1490 erwähnten Ministerialenfamilie von Uebeschi befunden haben.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 44’ 15.30“ N, 07° 33’ 39.40“ E
Höhe: 658 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 609.350 / 176.270
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A6 bei der Ausfahrt Thun-Nord verlassen und dem Autobahnzubringer (221.1) in westlicher Richtung bis zur Kreuzung mit der Hauptstrasse 221 (Aegertenstrasse) folgen. Von hier in südlicher Richtung nach Uetendorf. Im Zentrum rechts in die Hohlengasse einbiegen und dieser nach Thierachern folgen. Weiter auf der Blumensteinstrasse nach Westen bis zum Kreisverkehr, von dort auf der Sandbühlstrasse in südlicher Richtung bis zur letzten Rechtskurve vor Uebeschi, wo südseitig der Weg ins Gisisalwäldchen abzweigt. Parkmöglichlkeit vor Ort. Die vermutete Burgstelle befindet sich in der Mitte des Wäldchens in einer Wegkurve.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bahnhof Thun mit der Buslinie 50 (in Richtung Blumenstein) bis zur Haltestelle Uebeschi, Weiersbühl. Der Strasse kurz in südlicher Richtung folgen, wo links der Weg ins Gisisalwäldchen führt.
Wanderung zur Burg
Die ViaJacobi führt nahe an der vermuteten Burgstelle vorbei.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
eingeschränkt möglich (Waldstrasse)
Bilder
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Grundriss
Grundriss Uebeschi
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2026
Historie
Ein Ministarialengeschlecht im Gefolge der Wädenswiler
Die Herren von Uebeschi sind ab dem 13. Jhdt. fassbar und waren ein Geschlecht des niederen Adels aus dem Gefolge der Freiherren von Wädenswil. 1273 liess Heinrich von Wädenswil drei illegitime Söhne, die er mit Lücardis (Lütgard) von Uebeschi gezeugt hatte, für frei erklären. Ihre Nachkommen residierten unter anderem auf der Jagdburg (Burg Stocken). Wo die Familie von Uebeschi aber ihren ursprünglichen Wohnsitz hatte, ist unklar. Als Standort in Frage kommt ein kleiner Hügel im Gisisalwäldchen, das sich südöstlich des Dorfs Uebeschi und unweit vom Uebeschisee befindet.

Die umstrittene Burgstelle im Gisisalwäldchen
Die vermutete Burgstelle befindet sich am östlichen Ende eines unscheinbaren Geländerückens. Hier erhebt sich ein kleines, offenbar künstlich abgeböschtes Plateau mit einer Ausdehnung von etwa 9 x 10 Metern. Westseitig deutet eine Vertiefung auf einen früheren Halsgraben hin. Der kleine Hügel, der heute in der Kurve einer Waldstrasse liegt, hätte Platz geboten für einen Wohnturm. Im westlich anschliessenden Gelände könnten sich Ökonomiegebäude befunden haben, doch ist dieses durch einen Steinbruch in späterer Zeit stark gestört worden.
Anlässlich einer Begehung des Areals im Rahmen der Burgstellen-Inventarisation kam die Berner Kantonsarchäologie 2011 ohne Angabe von Gründen zu einem negativen Befund. 1692 sollen an dieser Stelle allerdings Mauerreste freigelegt worden sein. Noch heute sind zwischen dem Wurzelwerk der Bäume auf dem Hügel behauene Steinquader auszumachen – ob sie mittelalterlichen Ursprungs sind, ist ungeklärt.

Die Familie von Uebeschi im Spätmittelalter
Die Herren von Uebschi tauchen im 14. und 15. Jhdt. in verschiedenen Schriftquellen auf — zwar ohne direkten Bezug zum gleichnamigen Ort, aber mit Verbindungen zum nahegelegenen Chorherrenstift Amsoldingen. Ebenso waren sie im Umfeld einflussreicher Familien in Bern und Thun anzutreffen. 1347 wurde Johannes von Uebeschi der Jüngere mit zwei Begleitern auf Gesuch der Stadt Basel von Bern gefangengenommen. Graf Eberhard von Neu-Kyburg konnte seine Freilassung erwirken, wofür er aber schwören musste, sich an den beiden Städten nicht zu rächen.
Der Ort Uebeschi selbst gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Strättligen. Ab 1417 kaufte das Barfüsserkloster in Bern zahlreiche Höfe in dieser Gegend auf und erwarb auch den Uebeschisee. Dieser Besitz wurde mit Gütern im benachbarten Pohlern um die Mitte des 15. Jhdts. zur neuen Herrschaft Pohlern zusammengefasst. 1528 hob Bern diese auf und unterstellte die beiden Dörfer dem Gericht Amsoldingen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Regesten diverser Urkunden im Online-Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern
Literatur
  • Archäologischer Dienst des Kantons Bern (Hg.) - Archäologie Bern 2011 | Bern, 2011 | S. 40
  • Dubler, Anne-Marie - Die Region Thun-Oberhofen auf ihrem Weg in den bernischen Staat (1384-1803) | In: Berner Zeitschrift für Geschichte um Heimatkunde, Bd. 66 | Bern, 2004 | S. 100-102
  • Dubler, Anne-Marie - Uebeschi | In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Stand vom 30.05.2026: hls-dhs-dss.ch
  • Moll, Heinz J. - Erdwerke in der Region Bern, Bd. 2 | Norderstedt, 2017 | S. 107-108
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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