BURG ERLENBACH
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Allgemeine Informationen
Wenige Mauerreste einer kompakten Burg am westlichen Ende des Pfrundhubels, eines Hügels im Dorf Erlenbach. Die Anlage dürfte im 12. Jhdt. der Sitz der Freiherren «de Arlundbach» gewesen sein. Ob zu ihr auch ein weiter östlich gelegener Turm gehörte, dessen Grundmauern 1929 beim Bau des Schulhauses entdeckt und beseitigt wurden, ist ungeklärt.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 39’ 40.10“ N, 07° 32’ 53.50“ E
Höhe: 771 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 608.380 / 167.770
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Spiez her kommend auf der Kantonsstrasse 11 das Simmental aufwärts bis nach Erlenbach fahren. Gleich am Dorfeingang rechts ins die Spitalstrasse einbiegen und bei erster Gelegenheit wieder links halten und auf der Lindenmatten-Strasse in westlicher Richtung in den oberen Dorfteil fahren, wo auf einem Hügel (Pfrundhubel) unübersehbar die Schulanlage thront. Parkmöglichkeiten vor Ort. Der Burghügel schliesst auf der Westseite ans Schulareal an und ist von diesem her zugänglich.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Mit der Bahn ab Bern bis Spiez, dann mit dem Regionalzug R11 (in Richtung Zweisimmen) bis nach Erlenbach i.S. fahren. Vom Bahnhof führt ein markierter Wanderweg in nordwestlicher Richtung durchs Dorf und dem Wildenbach entlang bergauf zum Pfrundhubel mit der Schulanlage. Am westlichen Rand des Schulareals befindet sich der Burghügel (Zustieg ca. 15 Min.).
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Erlenbach
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2026
Historie
Ein abgetragener Turm unklarer Zeitstellung
Der Pfrundhubel ist ein langgezogener Geländerücken, der sich über dem Dorfkern von Erlenbach im Simmental erhebt. Auf seinem östlichen Teil steht ein Schulhaus, bei dessen Errichtung man 1929 auf ein Turmfundament und diverse Kleinfunde stiess. Der Bau hatte einen quadratischen Grundriss mit 8,7 Metern Seitenlänge und 1,5 Meter starke Mauern aus sorgfältig gefügten Bruchsteinen. Man vermutete damals einen römischen Wachturm – eine These, die sich heute leider nicht mehr überprüfen lässt. Da die dokumentierten Funde jedoch teilweise aus dem Mittelalter stammen, stand der Turm vielleicht auch im Zusammenhang mit der Burganlage, deren Reste heute noch am anderen Ende des Hügels zu erkennen sind.

Die erhaltenen Mauerspuren
Der westliche Teil des Pfrundhubels ist heute von dichtem Wald bestanden und durch einen Wall vom Schulareal abgetrennt. Dieser zieht sich zusammen mit einem noch gut erkennbaren Graben dreiseitig um den zentralen Burghügel. Auf der Nordostseite ist auf dem Wall noch mittelalterliches Mauerwerk zu erkennen, offenbar der Rest einer Ringmauer. Auf dem Hügel selbst befinden sich die letzten Steinlagen einer Turmruine. Der stattliche Bau mass im Grundriss etwa 10 x 10 Meter. Südlich davon ist am Wall noch der Rest einer Sperrmauer erkennbar. Zusammen mit dem Turm scheint sie den Zugang zu einem Plateau auf der westlichen Seite des Burgareals geschützt zu haben, auf dem aber keine Mauerspuren mehr erhalten sind.

Die Freiherren «de Arlundbach»im 12. Jhdt.
Die Burg auf dem Pfrundhubel wird von der Forschung als Wohnsitz der 1133 erstmals erwähnten Freiherren Ulrich und Constantin «de Arlundbach» gedeutet. Sie zählten zu jenen frühen Adelsfamilien, die im Simmental durch Rodungen neue Siedlungsflächen erschlossen. Vermutet wird eine enge Verwandschaft mit den benachbarten Freiherren von Weissenburg. Auch der 1180 erwähnte Cuno de Arlundbach dürfte zu dieser Sippe gezählt haben.

Die Ritter von Erlenbach im 13. und 14. Jhdt.
Die neuere Forschung nimmt hingegen an, dass die ab dem 13. Jhdt. auftretenden Ritter von Arlundbach/Erlenbach einer anderen Familie entstammten. Ein Peter von Arlundbach wird 1223 und 1226, ein Ritter Rudolf von Arlundbach 1252 in den Schriftquellen erwähnt. 1360 werden noch zwei Söhne eines Junkers von Erlenbach genannt, danach verliert sich die Spur dieser Adelsfamilie. Über das Schicksal der Burg ist nichts weiter bekannt.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 118
  • Hälg-Steffen, Franziska - von Erlenbach | In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Stand vom 09.04.2026: hls-dhs-dss.ch
  • Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Thun, 2021 | S. 70-73
  • Moll, Heinz J. - Ruinen von Burgen und Sakralbauten im Kanton Bern | Norderstedt, 2019 | S. 57-59
  • Tschumi, Otto - Beiträge zur Siedelungsgeschichte des Kantons Bern, Nr. 7 | In: Jahrbuchdes Bernischen Historischen Museums, 9. Jhg./1929 | Bern, 1930 | S. 38-41
  • Tschumi, Otto - Beiträge zur Siedelungsgeschichte des Kantons Bern, Nr. 9 | In: Jahrbuchdes Bernischen Historischen Museums, 11. Jhg./1931 | Bern, 1932 | S. 69-70
  • Von Fischer, Rudolf - Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern: Berner Oberland, I. Teil | Basel, 1938 | S. 34
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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