BURG SCHÖNENBERG
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Allgemeine Informationen
Ausgedehnte, durch fünf Gräben unterteilte Wehranlage auf dem felsigen Grat zwischen den Burgen Alt- und Neu-Biederthal. Die um 1230 durch die Grafen von Pfirt (Ferrette) erbaute Burg war Wohnsitz der Turchsessenfamilie von Schönenberg und wurde wahrscheinlich nach dem Basler Erdbeben von 1356 aufgegeben. Sichtbar sind nebst den Wall- und Grabenanlagen eine aus dem Fels gehauene Filterzisterne in der Vorburg und die südseitige Ringmauer der Hauptburg.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 27’ 23.39“ N, 07° 26’ 17.15“ E
Höhe: 568 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 599.960 / 256.190
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Basel auf der Schnellstrasse A18 in südlicher Richtung bis nach Reinach. Hier rechts abbiegen und auf der Birsigtalstrasse in westlicher Richtung nach Therwil und geradeaus weiter nach Biel-Benken. Hier nach Süden abbiegen und über Bättwil nach Metzerlen-Mariastein. Im Ort zweigt die Burgstrasse nach Westen ab, die nach Burg im Leimental führt. Parkmöglichkeiten im Ort. Weitere Wegbeschreibung siehe unten.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Basel SBB mit der Tramlinie 10 in Richtung Rodersdorf bis zur Haltestelle Flüh, Bahnhof. Hier umsteigen auf die Buslinie 69 nach Burg im Leimental, Dorfplatz. Weitere Wegbeschreibung siehe unten.
Wanderung zur Burg
Vom Dorfplatz dem markierten Wanderweg in Richtung Kleinlützel in westlicher Richtung bergauf folgen, bis dieser nach 600 Metern eine erste Anhöhe über dem Dorf erreicht. Hier links abbiegen und einem unscheinbaren Pfad in den Wald hinein folgen. Dieser führt nach wenigen Schritten nordseitig an der Burgstelle Alt-Biederthal vorbei und stösst gleich danach auf das Burgareal von Schönenberg.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Schönenberg
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 162 | überarbeitet von O. Steimann, 2016
Historie
Die Burg Schönenberg, die dem felsigen Grat über dem Dorf Burg im Leimental den Namen gegeben hat, dürfte um das Jahr 1230 errichtet worden sein. Sie gehörte den Grafen von Pfirt (Ferrette), die sie als Lehen an ihre Turchsessen vergaben. Mit Werner von Schönenberg taucht in einer Urkunde 1239 ein erstes Familienmitglied auf, das sich nach der neuen Burg nannte.

Schönenberg wurde unmittelbar neben der deutlich älteren Burg Alt-Biederthal errichtet, zeitgleich oder wenige Jahre vor dem ostseitig anschliessenden Neu-Biederthal. Die ältere Burg dürfte damals zur Gewinnung von Baumaterial abgebrochen worden sein.
Mit einer Gesamtlänge von rund 160 Metern war Schönenberg eine beachtliche Anlage. Das Areal ist durch insgesamt fünf Abschnittgräben unterteilt. Auf der Westseite stand hinter den ersten zwei Gräben und einem Wall ein Vorwerk, auf dem sich allerdings keine Spuren einer Bebauung erhalten haben. Nach dem dritten Graben folgt die weitläufige Vorburg. An deren westlichem Rand sind noch schwache Fundamentreste eines Berings erkennbar. Im östlichen Teil sieht man heute ein aus dem Fels geschrotetes Loch mit etwa 8 Metern Durchmesser – der Rest einer grossen Filterzisterne.
Die Hauptburg stand offensichtlich auf der östlichsten Anhöhe, geschützt durch die zwei tiefsten Gräben. Der Zugang führte von der Südseite hinauf und passierte dabei zwei noch deutlich erkennbare Torgräben. Noch in grossen Teilen erhalten ist die südseitige Ringmauer. Auf der Nordseite, auf dem höchsten Punkt des Grats, stand wahrscheinlich der Bergfried oder ein Wohnturm. Auf dem Burgareal wurden auch einige Fragmente von Ofenkacheln gefunden, die sich auf die Jahre 1230 bis 1260 datieren lassen.

Als die Grafen von Pfirt 1271 ihre Herrschaft dem Bischof von Basel übergaben, um von ihm damit belehnt zu werden, wurde das nun erstmals direkt erwähnte «castrum Schonenberc» von diesem Handel ausgenommen. Die Schönenberger traten in den nachfolgenden Jahrzehnten sowohl in Diensten der Habsburger als auch des Bischofs in Erscheinung. Doch das grosse Erdbeben von Basel fügte ihrer Burg wahrscheinlich derart schwere Schäden zu, dass sie diese aufgegeben mussten. Die Familie besass noch bis ins 15. Jhdt. bischöfliche Lehen und Ämter, verschwindet dann aber aus den Schriftquellen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin 1995 | Nr. 61
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 162
  • Tauber, Jürg - Herd und Ofen im Mittelalter [Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 7] | Olten/Freiburg i.Br., 1980 | S. 172-173
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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