BURG FAULENSEE
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Allgemeine Informationen
Auf dem Kirchhügel über der Bucht von Faulensee sind die konservierten Grundmauern eines rechteckigen Gebäudes sichtbar, das einst das Zentrum einer kleinen Burganlage bildete. Sie stand wohl im Zusammenhang mit der noch älteren Columbans-Kapelle, die sich am Ort der heutigen Kirche erhob. In den Schriftquellen findet die Burg keine Erwähnung, vermutlich gehörte sie den Freiherren von Strättlingen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 40’ 33.90" N, 07° 42’ 09.80“ E
Höhe: 585 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 620.210 / 169.460
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A8 bei der Ausfahrt Faulensee verlassen und der Interlakenstrasse dem Südufer des Thunersees in westlicher Richtung bis zum Dorfkern folgen. Wo die Strasse landeinwärts abbiegt, befindet sich linkerhand ein öffentlicher Parkplatz. Wenige Schritte nördlich davon ist der Kirchhügel mit den Mauerfundamenten der Burg zu finden.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Mit der Bahn bis nach Spiez. Ab hier weiter mit der Buslinie 60 (in Richtung Interlaken Ost) bis nach Faulensee, Dorf. Die Bushaltestelle befindet sich gleich neben dem Kirch- und Burghügel.
Wanderung zur Burg
Die ViaBerna und der Panorama Rundweg Thunersee führen am Fuss des Burghügels vorbei.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Faulensee
Quelle: Archäologischer Dienst des Kantons Bern (Hg.) - Archäologie Bern 2008 | Bern, 2008 | S. 119 | überarbeitet und ergänzt von O. Steimann, 2026
Historie
Überraschende Entdeckung bei den Ausgrabungen von 1960/61
Die «Glumme» ist ein aussichtsreicher Geländesporn über der Bucht von Faulensee, der bereits in der Bronzezeit als Grabstätte genutzt wurde. Hier entstand vermutlich bereits im 10. Jhdt. eine dem hl. Columban geweihte Kapelle, deren Ruine noch bis ins späte 19. Jhdt. im Gelände erkennbar war. Als die Kirchgemeinde hier den Bau eines neuen Gotteshauses projektierte, wurde in den Jahren 1960/61 eine Grabung veranlasst. Dabei stiess man aber nicht nur auf die Fundamante der Kapelle, sondern nur wenige Meter weiter südöstlich auf die Grundmauern einer bis dahin unbekannten Burganlage.

Aussehen und vermutete Urheberschaft der Burg
Das Zentrum der mittelalterlichen Wehranlage bildete ein rechteckiger Baukörper, der im Grundriss 9,5 x 12.5 Meter misst. Er weist eine Mauerstärke von 2 bis 2,7 Meter auf. Ob es sich um einen Turm oder einen wehrhaften Palas handelte, ist ungeklärt. Der Bau war von einem Bering umgeben, der die äusserste Fläche auf dem Geländesporn umfasste. Diesem war nordwestseitig ein weiteres Gebäude angefügt. Zwischen dem Standort der Kapelle und der Burg befand sich eine leichte Senke, die als Rest eines Halsgrabens gedeutet werden könnte.
Der genaue Entstehungszeitpunkt der Burg zu Faulensee ist nicht bekannt. Sie befand sich im Hoheitsgebiet der Freiherren von Strättlingen, die somit auch als Erbauer in Frage kommen. Ihnen gehörte bis 1338 auch die bedeutende Burg im benachbarten Spiez. In den mittelalterlichen Quellen wird allerdings nirgends eine Wehranlage in Faulensee erwähnt.

Streit um die Erhaltung der Ruine
Um die Erhaltung der mittelalterlichen Mauern entbrannte noch während der Ausgrabungen ein Streit. Die Kirchgemeinde wollte auf ihren bereits bewilligten Neubau nicht verzichten, weshalb die Fundamente der Columbans-Kapelle abgetragen wurden. Die Burgruine hingegen wurde von der Berner Regierung unter Schutz gestellt. In der Folge wurden die Grundmauern des rechteckigen Hauptbaus konserviert und sind heute noch gut erkennbar.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 165
  • Hafner, Albert - Frühbronzezeitliche Funde von Spiez-Faulensee, Glumme, St. Columban und Burg: Funde aus den Ausgrabungen der Jahre 1960 und 1961 | In: Archäologischer Dienst des Kantons Bern (Hg.) - Archäologie Bern 2008 | Bern, 2008 | S. 117-124
  • Liechti, Erich - Burgen, Schlösser und Ruinen im Simmental | Thun, 2021 | S. 28-29
  • Von Fischer, Hermann - Tätigkeitsbericht der kant. Kunstaltertümerkommission und des Denkmalpflegers für die Jahre 1960 und 1961 | In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Bd. 24 | Bern, 1962 | S. 40-42
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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