CHÂTEAU DE VIEUX LUTZELBOURG | ALTLÜTZELBURG | KLEINE BURG | CHÂTEAU DE L'AN MIL
 Weltweit | Europa | Frankreich | Region Grand Est | Département Bas-Rhin | Ottrott


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Allgemeine Informationen
Über dem Dorf Ottrott auf dem Odilienberg erheben sich drei Burgen. Die erste Burg Lutzelbourg (Altlützelburg), danach wurde die Burg Rathsamhausen (Hintere Lützelburg) errichtet. Die dritte Burg erhält den gleichen Namen wie die erste Burg Lutzelbourg (Vordere Lützelburg).

Die Burg wurde um 1000 errichtet und erstreckte sich über das gesamte Gelände mit einer weitläufigen Umfriedung aus einer Steinbasis mit Palisaden. Zwei lange Abschnitte im Norden und Süden sind erhalten geblieben. Heute sind noch die Überreste der Sandsteinfundamente sowie die Stellen der ehemaligen Palisadenpfähle sichtbar. Um 1150 wurde die Holzkonstruktion durch Steingebäude, den Wohnturm und Bergfried, der noch im Stumpf erhalten geblieben ist, errichtet.

Die Ottrotter Burgen befinden in der Nähe der beiden Klöster, die von der heiligen Schutzpatronin des Elsass (Odile) im 7. Jahrhundert gegründet wurden. Ihre Geschichte ist eng mit dem Odilienberg verbunden.
Odile lebte im 7. Jahrhundert, Tochter des Herzogs Adalric, die blind geboren wurde und durch die Taufe ihr Augenlicht erhielt. Odile wird später die Gründerin und erste Äbtissin von Hohenbourg, dem heutigen Mont Sainte-Odile. Einige Jahrzehnte später wurde am Fuße des Berges ein zweites Kloster errichtet, Kloster Niedermunster. Im Laufe der Jahrhunderte werden sich die beiden religiösen Stiftungen erweitert und erfahren ihre Blütezeit. Unter anderem wurden die Ottrotter Burgen errichtet, um den Berg zu schützen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 48°27'41.0"N 7°24'25.3"E
Höhe: 490 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
Förderverein der Ottrotter Schlösser (Les Amis des Châteaux d'Ottrott)
Tel: + 33 (0)6 13 21 28 57
Email: patrick.woehrling@amchott.fr
Offizielle Homepage des Förderverein der Ottrotter Schlösser
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
k.A.
Anfahrt mit dem PKW
Kostenlose Parkmöglichkeiten auf dem Parking Châteaux-forts d'Ottrott (GPS/WGS84: 48.466722, 7.410472)) oder Parking Eichwaeldel (GPS/WGS84: 48.467000, 7.405944)

Weitere Parkmöglichkeiten
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Die Buslinie 257 direkt nach Ottrott.
Die Buslinie 262 von Erstein nach Ottrott.
Wanderung zur Burg
Von den Parkplätzen ca. 30-40min Fußweg.
Öffnungszeiten
Die Ottrotter Schlösser sind ausschließlich während der ehrenamtlichen Einsätze des Fördervereins vor Ort geöffnet.

Dienstag von 9:00 bis 12:00 Uhr
Samstag von 9 bis 17 Uhr

Bei schlechtem Wetter bleibt die Burg geschlossen!
Vergewissern Sie sich zudem, ob die Burg an den angegebenen Tagen tatsächlich geöffnet ist: Info

Gruppenführung, Öffnungszeiten etc. entnehmen Sie bitte auf der Homepage: Zugänglichkeit
Eintrittspreise
kostenlos (Eine Spende ist gern gesehen)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar.
Bilder
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Grundriss
Schematische Darstellung der Altlützelburg während des Besuchs von Papst Leo IX. im 12. Jahrhundert.
Quelle: Parsy, Pierre - Châteaux d'Ottrott : leur histoire, leur devenir. 2. Auflage | Bernardswiller, 2022
durch Autor leicht aktualisiert
Grundriss drei drei Ottrotter Schlösser
Quelle: Parsy, Pierre - Châteaux d'Ottrott : leur histoire, leur devenir. 2. Auflage | Bernardswiller, 2022
durch Autor leicht aktualisiert
Historie
Die Burg (Alt)Lützelburg wurde um 1000 errichtet und erstreckte sich über das gesamte Gelände.

Im Jahr 1044 war Bruno von Eguisheim, noch ein einfacher Bischof von Toul, als er seine Verwandten, unter anderem die Äbtissin von Hohenbourg auf der Hohenbourg einen Besuch abstattete. Seit der Errichtung der Burg Hohenbourg, späteren Klosters Hohenbourg/St. Odile, hatten die Äbtissinnen wenig verändert oder umgebaut.

1050 dominiert noch immer das Kloster von Hohenbourg die Elsässische Ebene auf dem Gipfel des Berges. Kein Dorf, keine Burg in der Nähe, trotz der Bedeutung der Abtei Sainte-Odile. Diese Isolation verdanken wir Papst Leo IX. (ehemals Bruno von Eguisheim) der in einer Bulle veranlasst hatte, dass das Kloster mit der Ausnahme des Heidesnwalls keine weitere Bebauung stattfinden durfte und das die Autorität der Äbtissin untersteht. Dennoch konnte der von Leo IX. gewünschte dauerhafte Frieden auf dem Mont nicht vollständig gewahrt werden.

Im Jahr 1114 belagert Friedrich II. (Schwaben) während seines Zugs von Süden nach Norden des Elsass die Burgen von Eguisheim. Er verwüstete den Mont Sainte-Odile – die Klöster sollen dabei in Flammen aufgegangen sein. Wahrscheinlich wurde auch die (Alt)Lutzelbourg zerstört.

Während seine Zuges errichtet Friedrich II. im Elsass zahlreiche Burgen, wie das romanische Haus in Rosheim und die Burg von Obernai. Im Jahr 1137 wird sein Bruder Konrad von Hohenstaufen der erste Hohenstaufer, der spätere Kaiser.

Um 1150 wurde die Holzburg zur Steinburg umgebaut. Sie bestand aus einem Steinhaus und einem runden Bergfried. Die Holzpalisaden wurden durch eine steinerne Umfriedung ersetzt.

1153 läßt Friedrich Barbarossa Sohn, Friedrichs II. (Schwaben), die zerstörten Klöster wiederaufbauen.

Das Kloster erlebt seine Blütezeit. Herrade verfasst das Hortus Deliciarum (Herrades Manuskript), indem auch geschrieben steht, dass ein Conrad von Lutzelbourg, mit dem Beinamen Sczelin, und seiner Ehefrau Tuda, die Dîme (Zehnten) des Dorfes Duttlenheim nicht bezahlt hatten. Als Entschädigung schenkt Conrad der Äbtissin drei Jahre des Zehnts. Aufgrund der Schriftstück geht man davon aus, dass Conrad von Lutzelbourg der erste Besitzer der Burg (Alt)Lützelburg ist.

1190 stirbt Kaiser Friedrich Barbarossa, der Schutzherr des Mont Sainte-Odile, während eines Kreuzzugs. Sein Sohn Heinrich VI., der Grausame, führt einen langen militärischen Feldzug zur Eroberung des sizilianischen Throns.

Mit seiner Rückkehr im Jahre 1196 lebt Kaiser Heinrich VI. einige Monate in Obernai. Zu dieser Zeit wird eine neue Burg, die Burg Rathsamhausen errichtet. Während der Konflikte wird die (Alt)Lutzelbourg beschädigt oder zerstört und wird nach einem Brand 1196 als Vieux Lutzelbourg (Altlützelburg) bezeichnet.

Nach dem Tod Heinrichs VI., 1197, gibt es zwei Anwärter auf die Kaiserkrone: Philipp von Schwaben für die Hohenstaufen und Otto von Braunschweig für die Partei des Papstes. Es kommt zu zahlreichen Konflikten.

1970-2000 wurden archäologische Ausgrabungen durchgeführt.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Parsy, Pierre - Châteaux d'Ottrott : leur histoire, leur devenir. 2. Auflage | Bernardswiller, 2022
  • Bernges, Rüdiger - Felsenburgen im Wasgau | Wuppertal, 1992
  • Mengus, Nicolas; Rudrauf, Jean-Michel - Châteaux forts et fortifications médiévales d'Alsace: Dictionnaire d'histoire et d'architecture| Strasbourg, 2013 | S.245-248
  • Carmona, Christophe; Trendel, Guy - Châteaux forts d'Alsace: hier et aujourd'hui | Bernardswiller, 2019 | S.70-71
  • Salch, Charles-Laurent; Martinez, Dominique - Dictionnaire des chateaux de l'Alsace médiévale | Strasbourg, 1976 | S.239-245
  • Nick, Jean-Marie - Balades autour des châteaux forts d'Alsace | Haguenau , 2016 | S.108-109
  • Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters | Augsburg, 1996
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • k.A.
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