BURG SERVIEZEL (RAMOSCH)
 Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Graubünden | Region Engiadina Bassa/Val Müstair | Valsot

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Allgemeine Informationen
Ruine einer Turmburg auf einem markanten Felskopf am nördlichen Ufer des Inns, auf halber Strecke zwischen Ramosch und Seraplana (Gemeinde Valsot). Sichtbar sind ein bis zu 2,5 Meter hoher Mauerrest und der aus dem Fels gehauene Kellerraum des Turms. Die eher bescheidene Anlage wurde möglicherweise im 12. Jhdt. durch die Herren von Ramosch errichtet.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 50' 11.28“ N, 10° 24' 35.70“ E
Höhe: 1108 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 826.620 / 191.550
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von der Hauptstrasse 27 durch das Unterengadin zwischen Ramosch und Strada bei Resgia (auf Höhe des Val d'Assa) flusswärts abzweigen (Wegweiser zum Kieswerk). Der Burgfels befindet sich kurz vor der Innbrücke linkerhand der Strasse. Kostenlose Parkplätze gleich am Burgfelsen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Mit der Rhätischen Bahn das Engadin abwärts bis zur Endhaltestelle in Scuol. Ab hier weiter mit dem Postauto in Richtung Martina bis zur Haltestelle Ramosch. Nun dem Wanderweg über Plan da Muglin nach Resgia folgen (ca. 30 Minuten).
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Serviezel (Ramosch)
Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 219 | bearbeitet von O. Steimann, 2009/2019
Historie
Die Burg Serviezel ist bislang nicht archäologisch untersucht worden und wird in keiner mittelalterlichen Schriftquelle erwähnt. Entsprechend wenig weiss man über ihre Geschichte. Ihre Errichtung an einem alten Flussübergang unmittelbar an der mittelalterlichen Talstrasse diente wohl hauptsächlich der Kontrolle dieses Verkehrswegs.
Der Turmbau mass im Grundriss 13 auf 10 Meter, bei einer Mauerstärke zwischen 1,8 und 2,4 Metern. Das Kellergeschoss wurde teilweise künstlich in den Fels abgetieft. Westlich des Turms liegen grosse Haufen von Mauerschutt, so dass hier ein Vorbau vermutet werden kann. Allfällige Wirtschaftsgebäude wären am Fuss des Burgfelsens zu suchen, doch ist hier das Terrain durch den Bau einer modernen Strasse stark verändert worden.

Die Bauherrschaft wird von der Forschung allgemein den Herren von Ramosch zugewiesen. Wie auch in Bezug auf Serviezel bei Martina wird der Burgname vom Personennamen Wezzilo/Wetzel abgeleitet. Der Chronist Ulrich Campell hielt 1573 fest, die Anlage werde von den Einheimischen «Chiastelg Ser Guietzel» oder «Vietzel» genannt, was «Burg des Herrn Wetzel» heissen würde. Zwischen 1150 und 1190 ist ein Wetzel von Ramosch mehrfach bezeugt, und er hatte mit Dietmar, Nannes I. und Swiker II. mindestens drei Brüder. Somit wäre es denkbar, dass in jener Generation neue Wohnsitze für einzelne Familienmitglieder erbaut wurden. Die Nachricht, dass der Graf von Tirol 1256 Nannes II. von Ramosch die Bewilligung zum Bau einer Burg gab, dürfte hingegen eher auf eine Erweiterung der benachbarten, weit grösseren und älteren Burg Ramosch (Tschanüff) zu beziehen sein.
Nicht nur der Name, auch die später bezeugten Besitzverhältnisse im unmittelbaren Umfeld von Serviezel deuten auf eine Ramoscher Gründung hin. So gehörten der Familie nachweislich Güter im Weiler Seraplana oder auch die gegen Ramosch hin gelegene Ebene Valgrisch.

Über den Zeitpunkt der Aufgabe der Burg ist nichts bekannt. Sichtbar ist heute noch der abgetiefte Keller des Turms, dessen exponierte Südwand rund 2,5 Meter hoch aufragt. Das verbliebene Mauerwerk ist allerdings in einem schlechten Zustand und vom endgültigen Zerfall bedroht.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel am Burgfelsen
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 320
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 76
  • Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 219
  • Deplazes-Haefliger, Anna-Maria - Geschichte der Herren von Ramosch und Ramosch-Wiesberg (12. bis 14. Jahrhundert) [Quellen und Forschungen zur Bündner Geschichte, Bd. 27] | Chur, 2012 | S. 130 und 148-149
  • Poeschel, Erwin - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Leipzig, 1930 | S. 276
  • Poeschel, Erwin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. III: Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin | Basel, 1940 | S. 450
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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