BURGSTELLE NÄFELS
 Weltweit | Europa | Schweiz | Kanton Glarus | Gemeinde Glarus Nord | Näfels

Klicken Sie in das Bild, um es in voller Größe ansehen zu können!
Allgemeine Informationen
Die markante Klosteranlage Mariaburg steht am Ort der 1351 durch die Glarner zerstörten Burg Näfels. Die Anlage war bis zu jenem Zeitpunkt das wichtigste Verwaltungszentrum der Habsburger im Glarnerland. Zuvor war sie wahrscheinlich der Wohnsitz der ab 1240 erwähnten Herren von Näfels.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 05’ 53.25“ N, 09° 03’ 38.97“ E
Höhe: 450 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 723.140 / 217.620
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A3 bei der Ausfahrt Niederurnen verlassen und der Hauptstrasse 17 das Linthtal aufwärts bis nach Näfels folgen. Mitten im Zentrum des Dorfes erhebt sich der Burghügel, auf welchem heute das Kloster Mariaburg steht. Parkplätze im Zentrum von Näfels.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Glarus mit der S-Bahn (Linien 6 oder 25) bis nach Näfels-Mollis. Die Burgstelle befindet sich rund 700 Meter westlich des Bahnhofs im Dorfzentrum.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Der Burghügel mit dem Vorplatz der Klosterkirche ist jederzeit frei zugänglich. Das Kloster selbst wird von Franziskanermönchen bewohnt.
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
Klicken Sie in das jeweilige Bild, um es in voller Größe ansehen zu können!
Grundriss
Grundriss Näfels
Quelle: Skizze, vermutlich 1675 angefertigt von Nikolaus von Zuben | In: Hauser, Fridolin (Red.) - Die Burg Näfels [Schriften zur Gemeindegeschichte von Näfels, Bd. 3] | Näfels, 2004 | S. 8
Historie
Auf dem markanten Hügel, der heute mitten im Dorf Näfels liegt, entstand im 12. oder frühen 13. Jhdt. eine Burganlage. Es ist zu vermuten, dass sie der gleichnamigen Adelsfamilie als Wohnsitz diente: In einer Urkunde vom 17. Juni 1240 werden die Brüder «Fridericus et Ulricus de Nevels» erstmals erwähnt. Schon wenige Jahre später scheinen die Herren von Näfels dem Glarnerland aber den Rücken gekehrt zu haben, 1258 und 1260 tauchen sie zuletzt in Zürcher Urkunden auf.

Spätestens 1288 muss die Burg an die Grafen von Habsburg gelangt sein, als diese vom Kloster Säckingen das Meieramt im Lande Glarus verliehen bekamen. 1320 war Ritter Bilgeri von Wagenberg habsburgischer Vogt und möglicherweise Burgherr zu Näfels. 1348 war es Hermann von Landenberg, der dieses Amt innehatte und als Vogt die Burg bewohnte. Sie bildete damals den wichtigsten Vorposten Habsburg-Österreichs im Linthtal. Dem bereitete der Konflikt zwischen den Talleuten und dem Landesherrn allerdings ein abruptes Ende. 1351 wurde die Burg durch die Glarner eingenommen und zerstört. In einem habsburgischen Klagerodel von 1354 wird die Burg Näfels erstmals direkt erwähnt. Es handelt sich dabei um ein Schadensinventar des Herzogs von Österreich nach den Auseinandersetzungen mit den Eidgenossen.
Im Februar 1352 zog Ritter Walther von Stadion, österreichsicher Vogt in Schwaben, von Weesen her zu einer Strafaktion gegen die Glarner aus. Die Aktion schlug allerdings fehl - Stadion kam dabei ums Leben, seine Truppen wurden in die Flucht geschlagen. In der späteren Überlieferung wurde Stadion als letzter Burgherr zu Näfels betrachtet, um den sich bis heute verschiedene Sagen ranken. Vermutlich basiert dies auf einer Verwechslung mit seinem Bruder Ludwig von Stadion, der 1347 Vogt zu Weesen und Glarus war. Die Burg Näfels wird bis heute im Volksmund auch «Burg Stadion» genannt.

Ein Wiederaufbau der zerstörten Burg blieb aus. Die Funktion als habsburgischer Verwaltungssitz ging auf die Vorburg bei Oberurnen über. 1388, nach der Schlacht von Näfels, brach das alte Herrschaftssystem im Glarnerland dann endgültig zusammen. Die Ruine kam nun in den Besitz der Gemeinde, wie Aufzeichnungen aus dem Jahr 1588 erkennen lassen. Im 17. Jhdt. wurde das «Burgstock» genannte Areal verschiedentlich verpachtet. Von der ehemaligen Burg müssen damals noch hoch aufragende Reste zu sehen gewesen sein, denn erst im Sommer 1640 stürzte der Turm ein und zerstörte das Haus und die Gärten des Hans Spitz, der deswegen vor dem gemeinen Rat in Glarus klagte.

1675 begann der Kapuzinerorden auf dem Näfelser Burghügel mit dem Bau einer Klosteranlage, die 1677 vollendet wurde. Vor Baubeginn fertigte einer der Ordensbrüder, möglicherweise der «Klosterarchitekt» Niklaus von Zuben, eine grobe Skizze vom Grundriss der Burgruine an. Die mittelalterlichen Mauerreste wurden anschliessend abgetragen, das Steinmaterial für den Klosterbau verwendet.
Noch heute hat das Kloster Mariaburg festungsähnlichen Charakter. Die wuchtigen Stütz- und Ringmauern wurden allerdings erst in den Jahren 1753-1756 errichtet. 1986 mussten die Kapuziner das Kloster mangels Nachwuchs aufgeben. Seither wird es vom Franziskanerorden weitergeführt. Die jüngste Gesamtrenovation der Anlage wurde 2004 abgeschlossen.
Aufgrund der erhaltenen Planskizze und Vergleichen mit anderen Anlagen wurde 2003 ein grosses Modell der Burg Näfels fertiggestellt. Es kann im Gemeindehaus Näfels besichtigt werden.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf dem Burghügel
Literatur
  • Hauser, Fridolin (Red.) - Die Burg Näfels [Schriften zur Gemeindegeschichte von Näfels, Bd. 3] | Näfels, 2004
  • Meyer, Werner - Die mittelalterlichen Burgen und Wehranlagen des Kantons Glarus | Glarus, 1974 | S. 214
  • Schorer, Fidelis - Franziskanerkloster Mariaburg auf dem Näfelser Burgstock | 2. Aufl. | Beuron, 2004
  • Winteler-Marty, Jakob - Die Burgen des Kantons Glarus | Basel, 1946 | S. 34-38
Webseiten mit weiterführenden Informationen
zurück nach oben | zurück zur letzten besuchten Seite Download diese Seite als PDF-Datei
Alle Angaben ohne Gewähr! | Die Bilder auf dieser Webseite unterliegen dem Urheberrecht! | Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.09.2017 [OS]