BURG HOHENBALKEN (TUOR TRAVAULTA)
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Allgemeine Informationen
Wenig begangene Burgruine mit geringen Mauerresten auf einem Felsklotz unterhalb der Russeiner-Brücke zwischen Disentis/Mustér und Sumvitg. Sichtbar sind die Spuren eines Turmes, der Ringmauer und einer Zugangsrampe. Der Name der Burg gilt als unsicher, da sie in mittelalterlichen Schriftquellen keine Erwähnung findet.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 43’ 15.06“ N, 08° 53’ 52.50“ E
Höhe: 1005 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 711.560 / 175.440
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Ilanz der Hauptstrasse 19 das Vorderrheintal aufwärts über Zignau nach Sumvitg folgen. Rund 3 km nach dem Dorf überquert die Strasse die Russeiner-Schlucht. Parkmöglichkeit unmittelbar vor der Brücke (Punt Russein). Hier führt ein markierter Wanderweg bergab und unterquert die Bahnlinie. Die Ruine liegt gleich danach westlich des Wegs im Wald versteckt auf einem Felsklotz. Genaue Karte sehr zu empfehlen!
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Regelmässige Bahnverbindung von Chur nach Disentis/Mustér. Ab hier fährt dreimal täglich ein Bustaxi zur Punt Russein (tel. Vorreservation mind. 1 Stunde vor Abfahrt nötig: +41 (0)76 441 44 40). Von der Brücke aus obiger Wegbeschreibung folgen. Für den Rückweg talabwärts bis zum Bahnhof Sumvitg-Cumpadials wandern (ca. 40 Min.).
Wanderung zur Burg
Der Jakobsweg Graubünden und die Senda Sursilvana führen unterhalb des Burghügels vorbei.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Hohenbalken
Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 349 | bearbeitet von O. Steimann, 2007
Historie
Auf einem Fels am östlichen Rand des Val Russein, unterhalb der schönen Holzbrücke, der Talstrasse und des Eisenbahnviadukts, liegt die dick mit Moos überwachsene Ruine der Burg Hohenbalken. Die baulichen Zusammenhänge der verschiedenen Mauerreste lassen sich kaum noch erahnen. Ein alter, teilweise aufgemauerter Zugangsweg führt von Osten an die Burg heran, die auf einem zerklüfteten Felsklotz steht. Auf dem höchsten Punkt deutet die Ecke einer rund 1,5 Meter dicken Mauer wohl den ehemaligen Turm an, während am westlichen und östlichen Rand des Felsens noch Spuren der Ringmauer erkennbar sind. Einige Felspartien auf der Nordseite wurden durch Stützmauern verstärkt. Das Mauerwerk lässt auf mindestens zwei Bauphasen schliessen.

Die Burg wird in keiner mittelalterlichen Urkunde erwähnt. Ob der Name Hohenbalken ursprünglich oder eine Konstruktion frühneuzeitlicher Chronisten ist, bleibt unklar. Eine Verbindung zur gleichnamigen Anlage im Val Müstair (Balcun at) oder der nach jener Burg benannten Adelsfamilie konnte nicht nachgewiesen werden. Vermutlich liegt den Namensgebungen in der älteren Literatur («Balconaltia», «Altum-Balconum») ein ähnlicher deutscher Burgnamen zugrunde. In rätoromanischer Sprache wird die Ruine «Tuor Travaulta» genannt.

Auch der Standort der Burg gibt Rätsel auf. Sie kann kaum zur Sicherung des engeren Gebietes der Abtei Disentis errichtet worden sein, denn dann hätte sie auf der Westseite des Val Russein stehen müssen. In Betracht gezogen wurde auch eine Bedeutung als Befestigung der Talstrasse oder der alten rätischen Grenze. Ohne archäologische Untersuchungen müssen diese Fragen aber offen bleiben.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 347
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 100
  • Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 349
  • Poeschel, Erwin - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Leipzig, 1930 | S. 244
  • Poeschel, Erwin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. IV: Die Täler am Vorderrhein, I. Teil: Das Gebiet von Tamins bis Somvix | Basel, 1942 | S. 411
  • Von Castelmur, Anton - Die Burgen und Schlösser Graubündens, II. Teil: Bündner Oberland und Seitentäler | Basel, 1944 | S. 63
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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