BURG GRÜNECK
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Allgemeine Informationen
Um 1200 von unbekannten Bauherren errichtete Burg auf einem Felsvorsprung am alten Talweg. Zentrum der Anlage bildete ein massiver, im Grundriss fünfeckiger Wohnturm, von dem heute noch zwei Wände aufragen.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 46' 33.76“ N, 09° 11' 41.84“ E
Höhe: 773 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 734.120 / 182.040
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Chur auf der Autobahn A13 das Rheintal aufwärts bis zur Ausfahrt Reichenau. Nun auf der Hauptstrasse 19 das Vorderrheintal hinauf über Flims bis nach Ilanz. Nordseits des Vorderrheins in die Strasse nach Ruschein einbiegen. Diese steigt bald steil an und macht eine spitze Kehre nach rechts. Gleich nach der folgenden Linkskurve am Strassenrand parkieren. Die Ruine liegt direkt unterhalb dieser Kurve.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Regelmässige Bahnverbindung von Chur nach Ilanz. Beim Bahnhof den Vorderrhein überqueren und nach der Brücke dem Wanderweg nach links folgen, der zunächst der Strasse in Richtung Ruschein folgt. Diese Strasse führt nach einer spitzen Kehre direkt an der Ruine vorbei.
Wanderung zur Burg
Die ViaSuworow führt unterhalb an der Ruine vorbei.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Grüneck
Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 83 | bearbeitet von O. Steimann, 2012/2019
Historie
Grüneck wurde vermutlich um 1200 auf einem Felsvorsprung am alten Talweg erreichtet, der nordseits des Vorderrheins in Richtung Lukmanierpass führte. Die Burg bestand aus einem im Grundriss fünfeckigen Wohnturm, an den auf der Südseite ein Wohntrakt oder Bering anschloss. Erhalten sind heute noch die West- und die Südwestwand des Turms. Diese Mauern sind bis zu 3 Metern stark, die Ecken wurden aus exakt behauenen, grossen Bossenquadern gefügt. Das Bauwerk verfügte über mindestens 4 Stockwerke, möglicherweise auch über einen hölzernen Aufbau.
Im Innern liegt heute viel Mauerschutt, an wenigen Stellen sind noch Verputzreste erkennbar, deren Rötung auf einen Brand hindeutet. Im zweiten Geschoss des Turms ist zudem ein kleiner Durchgang erhalten geblieben, der früher zu einem Aborterker gehörte. Ein zweiter Durchgang auf der Westseite führte offenbar auf einen hölzernen Balkon (Altan).

1260 wird eine Familie «de Grienenech» in den Quellen genannt – ob sie allerdings tatsächlich auf Grüneck bei Ilanz ansässig war, lässt sich nicht mehr nachweisen. Möglicherweise war Heinrich von Grüneck identisch mit Heinrich I. von Frauenberg aus dem Hause Sagogn.
In romanischer Sprache wird die Burg «Carniec» genannt, was vermutlich eine abgewandelte Version des deutschen Namens darstellt. 1515 wird die Anlage in einem Zinsbuch des Klosters St. Nicolai zu Chur erwähnt: Aufgeführt wird dort eine Abgabe «ab ainem guott zuo Inlantz Gryenegg genannt». Wenige Jahrzehnte später erwähnte auch der Bündner Chronist Ulrich Campell die Burg «Grüneccium». Sehr wahrscheinlich war sie damals bereits eine Ruine. Nur indirekt mit der Burg zu tun hatte die Familie Schmid von Grüneck. Aus Vals zugewandert, zählte sie vom 15. bis zum 18. Jhdt. zu den einflussreichsten Familien von Ilanz. Sie wurde erst 1544 durch Kaiser Karl V. in den Adelsstand erhoben – auf Grüneck hat sie wohl nie gewohnt.

1811 und erneut 1904 wurden bei Bauarbeiten an der Strasse nach Ruschein, die heute um den Burgfelsen herum führt, bedeutende Münzschätze gehoben. Darunter besonders häufig vertreten waren Geldstücke aus der Zeit Karls des Grossen und des Langobardenherrschers Desiderius. Sie wurden wahrscheinlich um 790 hier versteckt. Dass damals bereits eine Vorgängeranlage der Burg Grüneck bestand, ist jedoch unwahrscheinlich.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf der Burg Frauenberg
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 290
  • Boxler, Heinrich - Die Burgnamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden [Studia Onomastica Helvetica, Bd. 2] | 2. Aufl. | Arbon, 1991 | S. 131-132
  • Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 83-84
  • Poeschel, Erwin - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Leipzig, 1930 | S. 231
  • Poeschel, Erwin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. IV: Die Täler am Vorderrhein, I. Teil: Das Gebiet von Tamins bis Somvix | Basel, 1942 | S. 55
  • Von Castelmur, Anton - Die Burgen und Schlösser Graubündens, II. Teil: Bündner Oberland und Seitentäler | Basel, 1944 | S. 35-37
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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