STADTBEFESTIGUNG GRUYÈRES (GREYERZ)
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Allgemeine Informationen
Im westlichen Vorgelände der Grafenburg von Gruyères (Greyerz) entstand ab dem 12. Jhdt. ein Städtchen mit eigenem Marktrecht. Im 13. Jhdt. wurde es deutlich erweitert und stärker befestigt. Gut erhalten ist vor allem die Stadtmauer auf der Südseite mit drei Türmen. Auf der Nordwestseite besteht noch ein Tor mit vorgelagertem Zwinger aus dem 15. Jhdt.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 35’ 00.90“ N, 07° 04’ 53.40“ E
Höhe: 808 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 572.630 / 159.210
Kontaktdaten
Office du Tourisme de Gruyères | Rue du Bourg 1 | CH-1663 Gruyères
Tel: +41 (0)84 842 44 24 | E-Mail: gruyeres@la-gruyere.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A12 bei der Ausfahrt Bulle verlassen und anschliessend der Hauptstrasse 12 (Route du Jaun) in südlicher Richtung bis nach La Tour-de-Trême folgen. Anschliessend weiter in Richtung Süden auf der Route de l’Intyamon nach Epagny. Hier im zweiten Kreisel in südwestlicher Richtung abbiegen nach Pringy, von wo die Route de la Cité auf den Hügel von Gruyères führt. Kostenpflichtige Besucherparkplätze vor dem Eingang zum Städtchen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Fribourg mit der Bahn zunächst nach Bulle, ab hier weiter mit der S-Bahn (Linie 51 in Richtung Montbovon) bis nach Gruyères. Vom Bahnhof fährt die Buslinie 263 hinauf zum Burgstädtchen.
Wanderung zur Burg
Der Alpenpanorama-Weg, die Route Fribourg en diagonale und der Chemin du Gruyère führen alle durch das Städtchen und an der Burg vorbei.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
Rastplatz im «Parc Clos aux Cerfs» an der südlichen Stadtmauer
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
Spielplatz im «Parc Clos aux Cerfs» an der südlichen Stadtmauer
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
teilweise möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Stadtbefestigung Gruyères
Quelle: gezeichnet von O. Steimann, 2020
Historie
Das auf einem aussichtsreichen Hügel südlich von Bulle gelegene Gruyères/Greyerz bildete spätestens ab dem 12. Jhdt. den Mittelpunkt der gleichnamigen Grafschaft. Um die Entstehung des Ortes wurden allerlei Legenden gesponnen. So nahm man im 18. Jhdt. an, der Name leite sich von einem Heerführer der Vandalen namens Gruerius aus dem 5. Jhdt. ab, der sich hier niedergelassen habe. Im 19. Jhdt. sah die Forschung den Ursprung bei einem königlichen Forstaufseher (gruerius) aus der Zeit der Rudolfinger.
Der Name «Grueria» ist in den Quellen aber erst ab 1144 belegt und offenbar eine Wortbildung aus dem Begriff «Kranich» (lat. grus / frz. grue). Dieser Vogel war denn auch das Emblem der Grafenfamilie und ziert noch heute das Gemeindewappen.

Die früheste Stadtanlage schloss westseitig direkt an die Grafenburg an und war von dieser nur durch einen Graben getrennt. Diese erste Burgsiedlung bestand aus zwei parallen Häuserreihen und zog sich hinter bis zum 1221 erstmals erwähnten Stadttor (Porte de Saint Germain), vor dem sich ein 23 Meter breiter Stadtgraben erstreckte. Von dieser ersten Anlage ist heute praktisch nichts mehr erhalten. Ein Kranz älterer Häuser markiert den westseitigen Abschluss – wo einst das Tor stand, befindet sich heute ein schlichter Durchgang.
Gruyères hatte bereits im 12. Jhdt. ein Marktrecht, das nach einer Intervention des Bischofs von Lausanne 1195 aufgehoben werden sollte. Offenbar haben sich die Grafen von Gruyères nicht wirklich an diese Weisung gehalten, denn 1216 wurde noch einmal ein entsprechendes Urteil gefällt.

Im frühen 14. Jhdt. war Gruyères nachweislich wieder Marktort und beherbergte verschiedene Handwerker, darunter einen Schmied, einen Weber und einen Schuhmacher. Einzelne Stadtbürger lassen sich ab 1323 nachweisen, doch ein Bürgerrecht für alle Stadtbewohner wurde wohl erst mit der Handfeste von 1359 eingeführt. Einen Bürgerrat wählen durften sie sogar erst ab 1434.
Die Erweiterung der Stadt erfolgte in der ersten Hälfte des 13. Jhdts. und dehnte das ummauerte Gebiet weit nach Westen und Süden aus. Den neuen Abschluss bildeten die heute verschwundene Porte de la Chavonnaz und der starke Suplia-barba-Turm mit einer Grundfläche von 15 x 16 Metern. Das etwas tiefer gelegene Vorgelände auf der Südseite umschloss man mit einer weit gefassten, noch weitgehend vorhandenen Stadtmauer. Sie verfügt über einen Wehrgang und zwei zusätzliche Türme.

Eine letzte Verstärkung der Stadtbefestigung war der Zwinger vor dem nordwestlichen Stadttor, Belluar genannt. Er entstand vor 1480 und verfügt über runde Ecktürmchen und zwei Ausgänge, durch welche die Wege nach Epagny und nach Prigny aus der Stadt hinaus führen.
Im 15. und 16. Jhdt. wurden die Grafen von Gruyères immer stärker von Geldsorgen geplagt und mussten ihren Bürgern stets grössere Freiheiten zugestehen. 1554 liess sich der Konkurs schliesslich nicht mehr abwenden, und 1555 gingen Burg und Städtchen Gruyères an Freiburg über. Unter der Herrschaft der nun eingesetzten Landvögte wurde an den Mauern und Türmen nur noch wenig verändert. Die Stadtanlage hat ihr mittelalterliches Aussehen bis in die Gegenwart bewahren können und bildet heute zusammen mit der Burg eine viel besuchte touristische Sehenswürdigkeit.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Flückiger, Roland - Mittelalterliche Gründungsstädte zwischen Freiburg und Greyerz [Freiburger Geschichtsblätter, Bd. 63] | Freiburg i.Ü., 1984 | S. 148-169
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 9: Kantone Bern und Freiburg | Zürich, 1983 | S. 72-73
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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