BURG BALDENSTEIN
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Allgemeine Informationen
Über die Jahrhunderte stark veränderte, heute eher schlossartige Anlage auf einem hohen Felsen über der Albula. Aus der Zeit der Gründung – vermutlich unter den 1246 erstmals erwähnten Herren von Baldenstein – sind noch der starke Hauptturm und der Burggraben erhalten geblieben.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 42' 23.67" N, 09° 27' 36.90" E
Höhe: 695 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 754.580 / 174.810
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Chur auf der Autobahn A13 durch das Domleschg bis zur Ausfahrt Thusis Süd. Abbiegen in Richtung Albulapass, dann aber gleich links einbiegen in die Hauptstrasse nach Sils i.D. Das Dorfzentrum durchqueren und dann rechts ins Obere Strässlein einbiegen. Nach ca. 400 Metern biegt bergseits eine schmale Strasse nach Baldenstein ab. Dieser bis zum gleichnamigen Hof vor der Burg folgen. Wenige Parkmöglichkeiten vor Ort.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Chur mit der Rhätischen Bahn bis Thusis. Von hier weiter mit dem Postauto in Richtung Almens bis zur Haltestelle Sils im Domleschg, Post. Anschliessend der obigen Wegbeschreibung folgen (rund 10 Minuten Fussweg zur Burg).
Wanderung zur Burg
Die Via Albula/Bernina führt unmittelbar an der Burg vorbei.
Öffnungszeiten
Die Burg befindet sich in Privatbesitz und kann nur von aussen besichtigt werden.
Eintrittspreise
-
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
keine
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Baldenstein
Quelle: Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 133 | bearbeitet von O. Steimann, 2006
Historie
Von der heute sichtbaren Anlage der Burg Baldenstein geht wahrscheinlich nur der Turm aufs Mittelalter zurück. Bei seiner Entstehung im 13. Jhdt. stand er noch isoliert auf dem Felsrücken, der sich unweit des Zusammenflusses von Albula und Hinterrhein erhebt. Das vierstöckige Bauwerk verfügt über bis zu 2,1 Meter dicke Mauern und einen Hocheingang auf der Westseite.
Die Burg war der Stammsitz der Herren von Baldenstein, von denen allerdings nur ein gewisser Ebo 1246 und 1252 in Urkunden auftaucht. Als nächste Besitzer sind die Herren von Löwenstein bekannt, welche die Burg jedoch während einer Fehde an die Herren von Rhäzüns verloren. Im Friedensabkommen von 1289 wurde bestimmt, dass die Rhäzünser Baldenstein an Ritter Hartwig von Löwenstein zurückgeben und dieser ihnen im Gegenzug die Burg Schwarzenstein herausgeben soll. Als nächstes kam Baldenstein an die mit den Löwensteinern eng verwandten Herren von Übercastel. Wilhelm von Übercastel wollte die Burg neu erbauen oder verstärken, was der Bischof von Chur jedoch verhindern wollte. Im Juli 1349 wurde dieser Streit beigelegt, indem Wilhelm dem Bischof ein Vorkaufsrecht auf Baldenstein einräumte.

Die mit den Übersax verwandten Herren vom Stein sassen als nächste auf der Burg. Beim Besitzerwechsel hatte der Bischof zwar auf sein Vorkaufsrecht verzichtet, vermutlich aber durchgesetzt, dass ihm die Burg jederzeit offen stehen müsse. Im bischöflichen «Buoch der Vestinen» von 1410 wird Baldenstein jedenfalls als «offen hus» bezeichnet. Bereits eine Generation später fiel Baldenstein durch Heirat an die bischöfliche Ministerialenfamilie Ringg, von der sich ein Zweig ab 1453 Ringg von Baldenstein nannte. 1562 verkaufte Luzius Ringg, Landvogt zu Fürstenau, Baldenstein an die aus dem Veltlin stammende Familie Ruinelli. Im folgenden Jahr bezog Jakob Ruinelli die Burg als neuen Wohnsitz. Sein gleichnamiger Enkel begleitete 1621 Jürg Jenatsch auf die Burg Rietberg, um dort den berühmt gewordenen Mord an Pompejus Planta zu begehen.
Im 16./17. Jhdt. wurde auf Baldenstein der südwestlich an den Turm angrenzende Wohntrakt errichtet. Ziemlich sicher ersetzte er einen älteren, mittelalterlichen Bau. Auch die Gartenanlage der Burg geht auf diese Zeit zurück. Die zinnenbewehrte Stützmauer verläuft vermutlich am gleichen Ort wie der mittelalterliche Bering, das Mauerwerk ist jedoch neuzeitlich.

Baldenstein wechselte noch einige Male den Besitzer. Weil Jakob Ruinelli 1627 in einem Streit zwischen betrunkenen Offizieren erstochen wurde, fiel die Burg dessen Schwester Perpetua und ihrem Ehemann Christoph Rosenroll zu. Der Familie Rosenroll gehörte sie bis 1738, danach den Salis-Sils. 1782 erwarb schliesslich Francesco Conrado aus Chiavenna die Anlage. Der neue Burgherr amtete als Landvogt des Gerichts Fürstenau, Kommissar in Chiavenna und gehörte nach der Revolution von 1798 dem helvetischen Senat an. Unter seinen Nachkommen wurde der Nachname auf Conrad geändert – die Familie ist noch heute Besitzerin von Baldenstein.
1877 wurde die Anlage durch einen Brand, ausgelöst durch einen defekten Kamin, teilweise zerstört. Der Wohntrakt wurde daraufhin in veränderter Form neu aufgebaut.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Berger, Ric - Burgen und Schlösser in der Schweiz, Bd. 1 | Neuenburg, o. J. | S. 114-115
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 341
  • Clavadetscher, Otto P. / Meyer, Werner - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Schwäbisch Hall, 1984 | S. 132-134
  • Fravi, Paul - Baldenstein | In: Ribi, Hilde et al. - Graubündens Schlösser und Paläste, 1. Teil | Chur, 1969 | S. 88-101
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 8: Graubünden 1 (Nordbünden) | 2. überarb. und erg. Aufl. | Kreuzlingen, 1981 | S. 15-19
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 276
  • Poeschel, Erwin - Das Burgenbuch von Graubünden | Zürich/Leipzig, 1930 | S. 198-200
  • Poeschel, Erwin - Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Bd. III: Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin | Basel, 1940 | S. 148-151
  • Von Castelmur, Anton - Die Burgen und Schlösser des Kantons Graubünden, I. Teil: Herrschaft, Prätigau, V Dörfer, Chur und Umgebung, mit Schanfigg, Domleschg | Basel, 1940 | S. 102-105
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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