BURGSTADT SCHLITZ
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Allgemeine Informationen
Die Stadt Schlitz besteht nicht aus 4 oder 5 Burgen, wie meistens beschrieben wird, sondern es ist eine Burg (auch Stadtburg genannt) welche mit einer Stadtmauer umgeben war. Die Häuser die zur Stadtmauer gebaut waren, waren mit der einen Seite in die Stadtmauer integriert. Die Stadtmauer ist noch heute teilweise erkennbar. Die einzelnen heute bezeichneten Burgen sind Steinhäuser, die jeweils einem Geschlechtersitz angehörten.

Vorderburg
Hier befindet sich heute das Heimatmuseum und der Festsaal der Stadt Schlitz, der ursprünglich aus dem Mittelalter stammenden romanischen Wohnturm entstanden ist. Der Kern des Ostflügels ist ebenfalls mittelalterlich, hingegen zu den Westflügel der um 1600 erbaut wurde. Die Vorderburg war die Schlitzer Hauptburg. In der Burg hatte bis zum 18. Jhdt. der Senior der Ganerbengemeinschaft seinen Sitz. Die Ganerbengemeinschaft wurde aus den Linien der Vorderburger, Hinterburger, Schachtenburger , Ottoburger und Hallenburger Herren gebildet.

Hinterturm mit Wohnbau
Der Hinterturm (Bergfried) ist 36m hoch und stammt aus dem 14.Jhdt.. Der Bergfried diente als Wachstube. Ursprünglich war das Turminnere nur über einen hochlappbaren Steg zu betreten. Unterhalb des ehemaligen Eingangs befanden sich die Verliese. Heute läßt sich der Bergfried bequem mit einem Fahrstuhl "besteigen". Der Wohnbau wurde 1553 erbaut. Früher diente das Haus als Dienstwohnungen gräflicher Beamter und als Rentnerei und gehört heute zur Stiftung des Altenheims.

Hinterburg
Die Hinterburg wurde schon 1493 erwähnt. Sie ist in ihrem Ursprung Teil der Schlitzer Stadtbefestigung. Der heutige Bau ist in seiner jetzigen dreigeschossigen Form von 1561 bis 1565 errichtet worden um im Jahre 1647 umgebaut. Seit 1950 ist die Hinterburg ein Altersheim.

Schachtenburg
Die Schachtenburg wurde im Jahre 1557 von der Witwe Elisabeth (Tochter des Junkers Werner von Schlitz) des hessischen Kriegsrates Wilhelm von Schachten erbaut. Dieses Haus stammt, aber nicht wie die anderen aus dem Mittelalter stammenden Stadtbefestigung. Die Schachtenburg befand sich bis 1896 im Besitz des Großherzoglich Hessischen Amtgerichts. Heute ist sie Teil des Altersheim.

Ottoburg
Die Ottoburg ist ein frühbraockes Schloß, das 1955 - 1990 als Jugendherberge diente. Das Schloß ist in zwei Bauabschnitten entstanden und steht auf der mittelalterlichen Stadtbefestigung, welche im Keller noch gut zu erkennen ist. Der eine Eckturm stammt noch aus dem Mittelalter. Um die Ottoburg zu errichten wurden alte Wehrgänge abgerissen und auch teilweise Wallgräben zugeschüttet. Außerdem mußten einige Häuser abgerissen werden, welches zu Spannungen mit der Bürgerschaft führte.

Hallenburg
Die letzte der sogenannten Burgen ist die Hallenburg, sie liegt etwas außerhalb der Stadt und war im Mittelalter eine befestigter Gutshofs der von einem Wassergraben umgeben war. 1706-1712 entstand nach den Plänen des französischen Architekten Louis Remy de la Fosse ein neues, spätbarockes Schloß. Das Grundstück ist in Privatbesitz und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84:
50°40'22.4"N 9°33'35.7"E | Stadtmauerturm
50°40'29.0"N 9°33'36.3"E | Stadtmauerreste am Oberttor
Höhe: 245 m ü. NN
Topografische Karte/n
Historischer Ortskern Schlitz auf der Karte von OpenTopoMap
Kontaktdaten
Tourist-Info
Telefon
06642 970-0
Fax
06642 970-56
E-Mail
info@schlitz.de
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
-
Anfahrt mit dem PKW
A5 Abfahrt Alsfeld-Ost nehemn auf B254 Richtung Schwalmtal. Nach etwa 14km in Maar links abbiegen auf L3161. Straße folgen bis etwa 2km hinter dem ORt Wernges, da links abbiegen auf L3140 Richtung Schlitz. Straße bis Schlitz folgen.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Der nächstgelegene Bahnhof ist LAuterbach, von dort aus ist Schlitz mit dem Bus 393 erreichbar.
Wanderung zur Burg
-
Öffnungszeiten
Jederzeit frei zugänglich.
Eintrittspreise
Eintritt frei.
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
Keine Einschränkungen.
Gastronomie auf der Burg
-
Öffentlicher Rastplatz
-
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
Keine Übernachtungsmöglichkeit.
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
Keine Einschränkungen.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
k.A.
Bilder
Grundriss
Der Burgenring
Stadt Schlitz (Hrsg.) - Burgenstadt Schlitz - Historischer Stadtrungang | Schlitz 1997.
  1. Vorderburg
  2. Hinterburg
  3. Hinterturm (Bergfried)
  4. Wohnbau
  5. Schachtenburg
  6. Ottoburg
  7. Kirche
  8. Rathaus
  9. Stadtbefestigung
Grundrissplan
Knappe, Rudolf - Mittelalterliche Burgen in Hessen | Gudensberg 2000
Historie
20. September 812 Schlitz erstemalig urkundlich erwähnt, als der Mainzer Erzbischof Richolf auf dem Hügel Slitese eine der Heiligen Margaretha gewidmete Kirche weiht. Zum Schutz der Kirchen werden Vögte eingesetzt.
Um 1100 machen sich Unruhen breit, so dass eine Befestigung des Burghügels nötig wird.
1116 Schlitz war ursprünglich fuldischen Lehen der Grafen von Ziegenhain und kam jetzt an die Herren von Schlitz.
Ab 1377 Die Herren von Schlitz führen den Beinamen von Goertz, dessen Herkunft ungeklärt ist.
1116/1118 In Schenkungsurkunden des Klosters Fulda werden Erminoldus de Slitese und sein Frau Gerbiga als Zeugen genannt. Von diesem Ehepaar führt eine ununterbrochener Stammbaum bis heute als das Schlitzer Adelsgeschlecht.
1265 Die im Tal des Schlitzflusses gelegene Burg Niederschlitz wird zerstört. Infolge dieser Auseinandersetzung werden die Bewohner des Rings um die Oberburg mit mehr Rechten ausgestattet.
1418 Schlitz wird als Burg-"Flecken" mit eigener Gerichtsbarkeit bezeichnet.
1439 Schlitz wird als Stadt genannt, d.h. dass Schlitz zwischen 1418 und 1439 die Stadtrechte verliehen bekommen hat.
15.Jh. Die mit dem Stadtrecht verbundene Verleihung des Marktrechtes führte zu einer grundlegenden Veränderung der Bauchfluchten im Innenstadtbereich.
16. Jh. Aus den ehemaligen Befestigungsanlagen werden Wohnburgen, wobei die Teile der Stadtmauer, Wehrgänge, Zwinger und Wallgräben teilweise beseitigt wurden.
1546 In Schlitz wird erstmalig evangelisch gepredigt.
1563 Die Herren von Schlitz erhalten das Kollaturrecht zur Besetzung der in ihrer Herrschaft gelegenen Pfarrstellen, womit die Reformation als eingeführt angesehen werden kann.
Ende 17. Jh. Rege Bautätigkeit verändert das Stadtbild zum heutigen Bild.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Stadt Schlitz (Hrsg.) - Burgenstadt Schlitz | Schlitz 1997
  • Knappe, Rudolf - Mittelalterliche Burgen in Hessen | Gudensberg 2000
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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  • [06.01.2019] - Überarbeitung der Seite, Umstellung auf das neue Burgenwelt-Layout.
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