BURG BENTHEIM
 Weltweit | Europa | Deutschland | Niedersachsen | Landkreis Grafschaft Bentheim | Bad Bentheim


Braun, Wolfgang - Rekonstruktionszeichnungen von Burgen Niedersachsens | 1. Auflage, 2012 | S. 18
Klicken Sie in das jeweilige Bild, um es in voller Größe ansehen zu können!
Allgemeine Informationen
Die Burg Bentheim ist die eindrucksvollste Burganlage Norddeutschlands und wurde erstmals 1050 erwähnt. Seit fünf Jahrhunderten befindet sie sich im Besitz der Grafen und Fürsten zu Bentheim und Steinfurt.
Die gesamte Anlage ist reichlich beschildert und lädt dazu ein, selbständig erkundet zu werden. Ein Besuch lohnt sich, man kann eine unendliche Fülle innen und außen besichtigen, so z.B.: das erste Torhaus, die Kapelle, der weitgespannte Innenhof, die Wehrgänge mit bronzenem Geschütz von 1551, den mächtigen Pulverturm (Bergfried, Grundmass 14x14m) mit steilem Treppenaufgang, Angstloch und 12m tiefem Verlies ohne Fenster (später als Pulverkammer verwendet), die Kronenburg mit all ihren reichausgestatteten Innenräumen (Treppenhaus, Rittersaal, Waldecker Zimmer, die prunkvollen Ernst-August-Zimmer, Schlafzimmer, Bibliothek,usw), den Batterieturm mit den Gefängniszellen und Alchemistenküche, viele Details, den Brunnen, sowie beim Rundgang um die Burg die imposanten Felsblöcke und gewaltige Schildmauern.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 52°18'09.0" N, 7°09'22.0" E
Höhe: 92 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
Burg Bentheim | Schloss | D-48455 Bad Bentheim
Tel: +49 05922 5011 | E-Mail: info@burgbentheim.de
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
k.A.
Anfahrt mit dem PKW
Die Burg steht mitten in der Innenstadt.
Grosse Parkplätze überall in der Stadt an der Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
k.A.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
2. November - 28. Februar
Täglich: von 10:00 - 17:00 Uhr

1. März - 1. November
Täglich: von 10:00 - 18:00 Uhr
Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Öffnungszeiten.
Eintrittspreise
Erwachsene: 4,00 EUR
Ermäßigt: 3,50 EUR
Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Eintrittspreise.
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
k.A.
Gastronomie auf der Burg
Burgrestaurant und Café
Link zur Webseite der Gastronomie
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
k.A.
Bilder
Klicken Sie in das jeweilige Bild, um es in voller Größe ansehen zu können!
Grundriss
Grundriss Burg Bentheim
Quelle: Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters | Augsburg, 1996
(durch Autor leicht aktualisiert)
Historie
1020 wird Bentheim erstmals erwähnt, als Graf Otto von Northeim als Eigentümer der Burg genannt wird. Sie entstand auf einem 91,9 m über NN hohen Sandsteinsockel von circa 200m Länge und einer Breite von 50 - 100 m, der steil aus dem flachen Land 40 - 50 m ansteigt. Die bizarre Felsenlandschaft diente wohl schon in vorgeschichtlicher Zeit als Siedlungsstätte.

An der Wende des 11. zum 12. Jahrhunderts schienen die Burgherren von Bentheim zusammen mit dem Bischof Burchard von Münster treue Anhänger des Salisischen Kaisers Heinrich des V. gewesen zu sein. Die geplante Einführung einer allgemeinen kaiserlichen Reichssteuer brachte jedoch die westfälischen und die sächsischen Adeligen in Aufruhr. Es entspann sich ein Krieg gegen Heinrich V.. In dessen Verlauf erfochten 1115 die Aufständischen unter dem Grafen Friedrich von Arnsberg und späteren Kaiser Lothar von Süpplingburg in der Schlacht am Welfesholze im Ostharz einen beachtlichen Sieg. Im Jahr 1116 nahm Herzog Lothar die Burg Bentheim ein, brandschatzte sie und vernichtete sie völlig. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich hier noch um einen hölzernen Wehrbau handelte.

Die zerstörte Burg wurde offenbar bald wieder aufgebaut und geriet in den Besitz von Lothars Schwager Otto von Salm-Rhieneck. Wegen einer bewaffneten Auseinandersetzung 1146 musste dieser jedoch erdulden, dass seine Burg bis 1190 dem Bistum Utrecht als Lehen unterstand. Den Palas der Burg und eine errichtete Kapelle nahm der Bischof für sich in Anspruch.

1192 gelangte die Burg und Herrschaft Bentheim über das Erbe von Ottos Tochter Sophie von Rhieneck in den Besitz der Grafen von Holland, deren Nebenlinie sich fortan nach der Burg Bentheim benannte. Nun wurde die Burg wohl in ihrer vollen Grösse ausgebaut.

Um 1200 erweiterte sich das Territorium der Bentheimer.

Gegen Ende des 14. Jhds. starben die Bentheimer Grafen aus holländischem Hause aus, das Erbe ging an einen Neffen Everwyn von Güterswyk über.

1486 wurde Graf Everwin II. mit Bentheim von Kaiser Friedrich III. belehnt. In der Zeit der Reformation war Graf Arnold II. der bedeutendste Landesherr der Grafschaft Bentheim.

Die Wirren des 30jährigen Krieges, der hier 80 Jahre dauern sollte, haben der Grafschaft und der Burg grossen Schaden zugefügt. Die Burg wurde teilweise zerstört, die Dörfer und Städte nach mehrfachen Beutezügen spanischer Truppen zu zwei Dritteln vernichtet, Bürger und Bauern flohen in die Niederlande oder starben an der Pest.

Auch die zweite Hälfte des 17.Jhds. brachte der Grafschaft, durch Erbstreitigkeiten, Schuldenlast, sowie einer fremden Verwaltung durch das Bistum Münster, keinen Aufschwung.

1752 verpfändete Graf Friedrich Carl Philipp die Grafschaft an das Kurfürstentum Hannover, womit die Eigenständigkeit des Landes erlosch.

Seit dem 30jährigen Krieg wurde der militärische Nutzen der Burg immer bedeutungsloser. Sie diente als Verwaltungszentrum, Gerichtsort und Gefängnis der Grafschaft.

Um 1730 war die Burg durch Misswirtschaft schadhaft und verwahrlost. Doch sie erlebte noch bis in das ausgehende 18.Jhd. kriegerische Einsätze. Die Burg wurde im 7jährigen Krieg 1754-1761 mehrfach von Franzosen und Engländern belagert und eingenommen. Im Krieg gegen die französische Revolutionsarmee diente sie als Lazarett und wurde von den Truppen des französischen Generals Vandamme in Brand geschossen und ebenfalls eingenommen. Als die Franzosen sich vor den anrückenden Preussen zurückziehen mussten, versuchten sie den Bergfried zu sprengen. Das Unternehmen misslang, weil ein Windstoss die Eingangstür zum Pulverturm zuwarf und die schon brennende Lunte der Sprengladung abklemmte. So blieb die Burg erhalten, wenn auch stark beschädigt.

Im 19. Jhd. war die Burg in weiten Teilen verwüstet und unbewohnbar. Erst nach 1848 wurde bescheiden mit dem Wiederaufbau begonnen. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges endete vorzeitig auch die Bautätigkeit auf der Burg. Der nördliche Teil der Kronenburg blieb unvollendet.
Quelle: Begleitheftchen zur Burg, Herausgeber Fürst zu Bentheimisches Rentamt.
Literatur
  • Gustav Engel - Landesburg und Landesherrschaft an Osning, Wiehen und an der Weser, 1979
  • Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters | Augsburg, 1996
  • Oskar Prinz zu Bentheim und Steinfurt - Burg Bentheim. 1997 (2. Auflage)
Webseiten mit weiterführenden Informationen
zurück nach oben | zurück zur letzten besuchten Seite Download diese Seite als PDF-Datei
Alle Angaben ohne Gewähr! | Die Bilder auf dieser Webseite unterliegen dem Urheberrecht! | Letzte Aktualisierung dieser Seite: 15.10.2015 [CR]